Rund 300 Denkmäler bieten einen Blick hinter die Kulissen

Wann? 12.09.2015 10:00 Uhr bis 13.09.2015 18:00 Uhr

Wo? Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit, Britzer Str. 5, 12439 Berlin DE
Historische Bahnen im 1905 erbauten Straßenbahnhof Köpenick. (Foto: Ralf Drescher)
 
Ungewöhnliche Architektur im Innern des Großen Windkanals der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt. (Foto: Ralf Drescher)
Berlin: Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit |

Treptow-Köpenick. Das zweite Wochenende im September ist traditionell dem Tag des offenen Denkmals gewidmet – bundesweit am 13. September. In Berlin finden die Veranstaltungen immer am Sonnabend und Sonntag statt.

In diesem Jahr steht das Wochenende unter dem Motto „Handwerk, Technik, Industrie“. Rund 300 Denkmäler öffnen stadtweit ihre Pforten. Fast alle Angebote sind kostenfrei, für einige Führungen ist die Teilnahme nur nach Anmeldung möglich.

Der Bezirk Treptow-Köpenick hat eine besonders breit gefächerte Auswahl an Denkmalen. Jahrhundertalte Dorfkirchen, die Spuren der Industriearchitektur in Schöneweide, der historische und immer noch in Betrieb befindliche Straßenbahnbetriebshof Köpenick oder die steinernen Zeugen der deutschen Luftfahrtforschung in Adlershof. Und auch die beiden Rathäuser der Altbezirke Treptow und Köpenick sind schon über 100 Jahre alt und selbstverständlich ebenfalls eingetragene Denkmäler.

Hier einige Tipps:

In Rahnsdorf können Sie zwei historische Bauten in Augenschein nehmen. Die Dorfkirche in der Dorfstraße ist an beiden Tagen von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Zu bestaunen ist neben der historischen Ausstattung ein nur zeitweise ausgestelltes Triptychon des Malers Bernd Finkenwirth. Nur wenige Gehminuten entfernt kann man an der Fürstenwalder Allee 93 einen Blick auf den Fortgang der Restaurierung der Friedhofskapelle werfen. Hier ist am Sonntag von 12 bis 16 Uhr geöffnet. Vertreter der an der Restaurierung beteiligten Bürgerinitiative erläutern den Fortgang der mit Spenden unterstützten Arbeiten. Es erklingt Harmoniummusik und die Rahnsdorferin Emely Heinz zeigt Fotos ihrer Heimat.

Wer sich für historische Straßenbahnen interessiert, der sollte sich am Sonnabend zwischen 11 und 18 Uhr auf dem Tram-Betriebshof in der Wendenschloßstraße 138 einfinden. Eine Ausstellung erinnert an die 150-jährige Geschichte der Straßenbahn in Berlin. Neben dem 1905 eröffneten Straßenbahnhof sind auch Trams zu sehen, die schon zur Zeit des Hauptmanns von Köpenick durch die Altstadt zuckelten.

Im Industriesalon Schöneweide, Reinbeckstraße 9, erfahren die Besucher Wissenswertes über die früheren AEG-Betriebe wie Kabel- und Transformatorenwerk. Außerdem zeigt eine Sonderausstellung, wie die Stasi die Hörerpost von harmlosen Rias-Hörern abfing und diese kriminalisierte. Geöffnet ist Sonntag von 11 bis 18 Uhr, um 12 und 14 Uhr gibt es Führungen zur Geschichte des Kabelwerks Oberspree.

Die Archenhold-Sternwarte, Alt-Treptow 1, mit dem 1896 erbauten und noch immer längsten Linsenfernrohr der Welt beteiligt sich am Sonntag von 10 bis 17 Uhr am Denkmaltag. Um 14.30 Uhr gibt es einen Vortrag zur Gewerbeausstellung 1896, für die das Fernrohr einst gebaut wurde.

Das historische Gutshaus Falkenberg, Richterstraße 6, lädt am Sonnabend von 10 bis 17 Uhr zum Hoffest. Besucher erfahren Wissenswertes zum Gebäude, um 15 Uhr gibt es einen Vortrag zum Berliner Kastendoppelfenster. Auf dem gleichen Grundstück befindet sich die Kunstschmiede von Achim Kühn. Hier ist Sonnabend und Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Um 12 und 15 Uhr gibt es Vorträge über die Künstlerfamilie Kühn, die bereits in dritter Generation wirkt.

Freunde der Eisenbahn kommen am Sonntag von 11 bis 16 Uhr im früheren Bahnbetriebswerk Schöneweide am Betriebsbahnhof Schöneweide auf ihre Kosten. Die Dampflokfreunde Berlin öffnen ihren historischen Lokschuppen und gewähren einen Blick auf Bauwerk und historische Eisenbahntechnik.

Ganz in der Nähe in der Britzer Straße 5 befindet sich das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit. Geboten werden von 10 bis 18 Uhr Führungen durch das frühere Zwangsarbeiterlager mit Dauerausstellung.

Nur am Sonntag können Besucher Einblick in die Luftfahrtforschung der 30er- und 40er-Jahre nehmen. In Adlershof befand sich bis zum Kriegsende die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt. Wichtige Laborgebäude wie der Große Windkanal, der Trudelturm und ein riesiger Motorenprüfstand sind erhalten und können im Rahmen von Führungen um 10, 11.30, 13 und 14.30 Uhr besichtigt werden.

Das komplette Programm mit allen offenen Denkmälern in Berlin finden Sie gedruckt in Bürgerämtern und kommunalen Bibliotheken sowie im Internet unter http://www.stadtentwicklung.berlin.de/denkmal/denkmaltag2015/. RD


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