Beirat Schöneweide gegen Rechts: „Rassismus ist Schweineöde"

Die Initiatoren vom Beirat Schöneweide, darunter Bürgermeister Oliver Igel (SPD). (Foto: Ralf Drescher)

Niederschöneweide. Fünf Jahre lang war die Brückenstraße in der Nähe des Bahnhofs Schöneweide keine gute Adresse. Bis März 2013 residierte hier die Neonazikneipe „Zum Henker“. Jetzt hat sich das Bild der Straße gewandelt.

Über den Bezirk hinaus galt die Brückenstraße als „Braune Straße“. Neben dem erwähnten Lokal gab es weitere Geschäfte im Besitz von Rechtsextremen und Wohngemeinschaften von Rechten, darunter auch von NPD-Mitgliedern.

Heute hängen in der Straße Plakate mit dem Slogan „Rassismus ist Schweineöde. Vielfalt ist Schöneweide“. Entworfen haben das Plakat Studenten der Hochschule für Technik und Wissenschaft (HTW) im Auftrag des Beirats Schöneweide. Den gibt es seit 2013, er geht auf eine Initiative von Bürgermeister Oliver Igel (SPD) zurück. „Wir haben uns mit Gewerbemietverträgen befasst, Vermieter beraten, wie sie Rechtsextreme und ihre wirtschaftlichen Absichten besser erkennen können. Die kommunalen Vermieter haben inzwischen Klauseln in ihren Verträgen, die die Nutzung von Geschäftsräumen durch Rechtsextremisten versagen“, berichtet Bürgermeister Igel.

Der Erfolg gibt ihm Recht. Die Neonazikneipe „Henker“ und auch der Laden des Berliner NPD-Vorsitzenden Schmidtke sind verschwunden, weil die Immobilienbesitzer den ungeliebten Mietern mit ihren Anwälten auf die Pelle gerückt sind.

Berliner Strategie

Die Brückenstraße ist nicht das einzige Areal, welches nun nicht mehr von Rechtsradikalen dominiert wird. Auch rund um die Weitlingstraße im benachbarten Lichtenberg wurden die Rechten in ihre Schranken gewiesen und verdrängt. „Die Berliner Strategie, bei der sich Zivilgesellschaft und staatliche Repression ergänzen, hatte Erfolg“, sagt dazu Staatssekretär Boris Velter von der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen.

Inzwischen gibt es in den früheren Räumen des „Henker“, die von düsteren bei Rechten beliebten Schmierereien befreit wurden, eine von einer Deutsch-Libanesin geführte Pizzeria. „Hier in der Brückenstraße ist ein wichtiges Symbol der Berliner Rechtsextremisten untergegangen“, freut sich Bürgermeister Oliver Igel. RD
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