Deutsche Bahn prüft Sperrung für weitere drei Jahre

Nur Straßenbahnen, Polizei und Feuerwehr im Noteinsatz können die wichtige Verbindung momentan passieren. (Foto: Ralf Drescher)

Niederschöneweide. Der Sterndamm bleibt unterhalb der Bahnbrücken am S-Bahnhof Schöneweide vorerst gesperrt. Ursprünglich hätte dieser Zustand nur bis zum 28. Februar dauern sollen.

"Die Brückendurchfahrt Sterndamm bleibt weiterhin bis zum 14. März gesperrt. Der Bauablauf musste erheblich verändert werden, da Gas- und Wasserleitungen unter der Straße abweichend von den vorhandenen Plänen aufgefunden worden waren", teilte Bahnsprecher Gisbert Gahler auf Nachfrage mit. Fast wortgleich war bereits die bis Weihnachten 2013 geplante Sperrung kurz vor Fristablauf begründet worden.

Nun kommt es aber noch dicker. Laut Deutscher Bahn droht die Vollsperrung für die nächsten drei Jahre. Derzeit werde geprüft, ob die von Feuerwehr und Polizei genutzte Spur unterhalb der Brücken für den öffentlichen Verkehr freigegeben werden kann. "Bei negativem Bescheid bleibt die Brückendurchfahrt Sterndamm für die nächsten drei Jahre gesperrt", teilt Bahnsprecher Gahler mit. Grund: Die Bahn möchte entgegen früherer Planungen nun doch uneingeschränkte Baufreiheit für die Erneuerung der Brücken über den Sterndamm und hat das auch bei der Verkehrslenkung Berlin beantragt.

Damit ist der Südosten Berlins gleichzeitig von zwei Sperrungen betroffen, die den Weg zur Autobahn einschränken. Im Nachbarbezirk Neukölln ist die Grenzallee dicht und die Autobahnauffahrt an der Stubenrauchstraße ist durch die gesperrte Sterndammbrücke nur auf Umwegen zu erreichen. Der Bezirk Treptow-Köpenick will sich diese Abkopplung vom Rest der Stadt nicht gefallen lassen. "Unser Tiefbauamt hat im Anhörungsverfahren bereits mitgeteilt, dass es zumindest vom Bezirk keine Zustimmung für eine Sperrung bis 2017 geben wird. Ich habe den zuständigen Senator und den Staatssekretär gebeten, sich den Sachverhalt zur Mitentscheidung vorlegen zu lassen", teilt Baustadtrat Rainer Hölmer (SPD) mit.

Auch die Anlieger sind verärgert. Im Zentrum Schöneweide beobachtet man seit Beginn der Sperrung im Frühjahr 2013 deutliche Umsatzrückgänge. "Die Geschäfte haben Umsatzverluste von zehn Prozent und mehr. Eine weitere Sperrung der Brückendurchfahrt für drei Jahre wäre für das Einkaufszentrum eine Katastrophe", sagt Centermanager Stefan Kollar.

Bei der Industrie- und Handelskammer reagiert man ebenfalls mit Verärgerung. "Die gesperrte Verkehrsbeziehung ist wesentlich für Berlin. Sie verknüpft den Straßenzug Adlergestell/Schnellerstraße mit der Autobahn A 113. Gerade der Wirtschaftsverkehr ist dadurch betroffen", sagt Christian Wiesenhütter, der stellvertretende Hauptgeschäftsführer.

Ob der Sterndamm weiterhin komplett gesperrt werden darf, entscheidet die Verkehrslenkung Berlin als nachgeordnete Behörde der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt in den nächsten Tagen.


Ralf Drescher / RD
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