Ein Wort in seiner Doppeldeutigkeit

Nico Schmolke und Paul Kesselring von den Jusos werben mit ihrer Schaufensterpuppe für einen Film zum Thema Rassismus. (Foto: Ralf Drescher)

Niederschöneweide. Für viele Menschen ist der Bahnhof Schöneweide nur ein Umsteigepunkt, für andere eine Art Angstraum. Rechtsradikale sorgen vor allem in den Abendstunden für ein ungutes Gefühl.

In diesen Tagen steht regelmäßig eine Schaufensterpuppe mit dem T-Shirt "Schwarzfahrer" vor der Tram-Haltestelle. Das ist keine Kampagne der BVG für mehr Kundenehrlichkeit, sondern eine Aktion der Berliner Jusos gegen Rassismus. "Wir wollen damit an rechtes Gedankengut in der Mitte unserer Gesellschaft erinnern", sagt Nico Schmolke, stellvertretender Juso-Vorsitzender von Berlin. Deshalb hat Schmolke gemeinsam mit der Studierendenvertretung der nahen Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) eine Fortführung des Oscar-prämierten Kurzfilms "Schwarzfahrer" organisiert. Der Film von 1992 zeigt einen dunkelhäutigen Berliner in einer Straßenbahn, der von einer bürgerlichen Mitfahrenden wegen seiner Hautfarbe angemacht wird. Dafür rächt sich der Dunkelhäutige und verspeist den Fahrschein der Kontrahentin. Als die kurz danach bei einer Kontrolle ohne Ticket ertappt wird, behauptet sie: "Der Neger hat den Fahrschein aufgefressen." Was ihr natürlich kein Kontrolleur glaubt. Die Rassistin wird als Schwarzfahrerin aus der Bahn geworfen, während der dunkelhäutige Fahrgast dank Monatskarte weiterfährt.

Den Film gibt es am 23. März um 20 Uhr in der alten HTW-Cafeteria in der Wilhelminenhofstraße 75a zu sehen, der Eintritt ist frei. Anschließend sind die Zuschauer zu einer Diskussion über das Thema Rassismus eingeladen. Die Moderation übernimmt Jo Goll vom rbb, Gast ist Ralf Melzer von der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Ralf Drescher / RD
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