Einkaufszentrum und Wista von Stromausfall betroffen

Im Einkaufszentrum am Bahnhof Schöneweide fiel 19 Stunden lang der Strom aus. (Foto: Ralf Drescher)

Niederschöneweide. Strom gehört zu den wichtigsten Versorgungsgütern in unserer modernen Zeit. Wenn er ausfällt, wird es nicht nur dunkel.

Das hat Stefan Kollar, der Manager des Zentrums Schöneweide, am 20. Mai erlebt. Da blieben Teile des Bezirks fast einen Tag lag ohne Saft. "Bereits kurz nach 1 Uhr hatte es einen Stromausfall gegeben, sofort sprang unser Dieselaggregat an", erzählt Kollar. An die Notstromversorgung sind allerdings nur die Alarmanlage, ein Feuerwehraufzug sowie Teile der Beleuchtung, die Kassen und die Kühltruhen von Kaufland angeschlossen.

Ein Teil der Mieter im Einkaufszentrum öffnete trotzdem und versuchte, sich mit Taschenlampen und Handkasse zu helfen, gab aber nach mehreren Stunden auf. "Wir haben uns im Mediamarkt Kühltruhen ausgeliehen, sie an unsere Notstromversorgung angeschlossen und so leicht verderbliche Medikamente der Apotheke und Waren einiger unserer Mieter gerettet", berichtet Center-Manager Kollar.

Ohne Strom waren auch Haushalte und Geschäfte an der Wilhelminenhofstraße und fast die gesamte Wissenschaftsstadt Adlershof. Bei Firmen wie dem SMD-Lötservice an der Barbara McClintock-Straße stand die Produktion still. "Wir haben unsere Mitarbeiter nach Hause geschickt, der Kontakt zwischen Firma und Kunden lief nur noch über mein Handy. Um die Automaten, mit denen Leiterplatten bestückt werden, nach dem Ausfall wieder hochzufahren, haben wir mehrere Stunden gebraucht", erzählt Heiko Müller, einer der Geschäftsführer von SMD Lötservice.

Center-Manager Kollar war am Funktelefon sogar so gefragt, dass der Akku bald leer war. "Zum Glück hatte ich ein Ladegerät für die Steckdose im Auto dabei und konnte da neuen Saft tanken", erzählt er.

Grund für den Ausfall waren gleich zwei Defekte im Berliner Stromnetz. In der Nähe des Umspannwerks Wuhlheide am Schwarzen Weg war eines der 30-Kilovolt-Kabel durchgeschmort. Kurze Zeit später fiel ein weiteres Kabel aus. Für die Reparatur musste erst eine Baugrube ausgehoben werden.

Das Zentrum Schöneweide war rund 19 Stunden ohne Strom. In dieser Zeit hat das hauseigene Notstromaggregat rund 100 Liter Diesel verbraucht. Wer für den Schaden wie Umsatzausfall und verdorbene Waren aufkommt, steht noch nicht fest. "Wir haben unseren Mietern geraten, sich an den Stromversorger zu wenden", sagt Center-Manager Kollar.

Zumindest Privatkunden von Vattenfall können eine kleine Entschädigung einfordern. Im Kundenversprechen des Unternehmens steht, dass bei mindestens drei Stunden Stromunterbrechung 20 Euro gezahlt werden, aus Kulanz und ohne Rechtspflicht, versteht sich. Betroffene müssen ihre Forderung aber schriftlich einreichen.


Ralf Drescher / RD
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