Panorama-S-Bahn soll umfassend geprüft werden

Der Panoramazug im Jahr 2007 bei seiner letzten Hauptuntersuchung. (Foto: Ralf Drescher)

Niederschöneweide. In der S-Bahn-Hauptwerkstatt am Adlergestell ist die Panorama-S-Bahn gebaut worden. Seit 2009 hat der gläserne Zug allerdings keine Ausflugsfahrten mehr gemacht.

"Derzeit kann das Fahrzeug aus technischen Gründen leider nicht eingesetzt werden" teilt die S-Bahn Berlin GmbH lapidar auf ihrer Internetseite mit. Schrottreif ist das 1999 mit einem Millionenaufwand gebaute Gefährt - über die tatsächlichen Kosten schweigt die Bahn - natürlich nicht. Die "technischen Gründe" sind die fehlende Hauptuntersuchung, eine Art TÜV für Bahnfahrzeuge. Die konnte nicht fristgerecht durchgeführt werden, weil mit Beginn der S-Bahnkrise für die Wartung dieses Sonderfahrzeugs keine Werkstattkapazität zur Verfügung stand. Nach Angaben der S-Bahn ist der Panoramazug derzeit außerhalb Berlins witterungsgeschützt abgestellt. "Vor einem möglichen Wiedereinsatz ist eine zeitaufwendige umfassende Untersuchung des Fahrzeugs erforderlich.

Die soll möglichst noch in diesem Jahr stattfinden", teilt Ingo Priegnitz, der Sprecher der Berliner S-Bahn, auf Nachfrage mit. Wie er weiter sagt, müssen die Fahrzeugtechnik komplett überarbeitet und Achsen und Räder getauscht werden. "Eine Entscheidung fällt, sobald die Kosten ermittelt sind", so Priegnitz.

Die Panorama-S-Bahn war aus mehreren Ende der 20er Jahre gebauten S-Bahnwagen als Einzelstück gefertigt worden. Seit der Premierenfahrt hatten 150 000 Passagiere den gläsernen Zug für Ausflugsfahrten im S-Bahnnetz benutzt. Prominentester Fahrgast war die britische Königin Elisabeth II.


Ralf Drescher / RD
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