Der Brandschutz der Elisabeth-Christinen-Grundschule ist nicht gewährleistet

Die Elisabeth-Christinen-Schule wurde in den 70er-Jahren als Plattenbau errichtet. Inzwischen ist sie sehr marode. (Foto: Bernd Wähner)
 
Inzwischen ist sie sehr marode: Die Elisabeth-Christinen-Schule wurde in den 70er Jahren als Plattenbau errichtet. (Foto: Bernd Wähner)

Niederschönhausen. Nach einem Brief von Schulleiterin Elke Dreyer kurz vor den Winterferien herrschte erst einmal Fassungslosigkeit bei den Eltern. Sie teilte ihnen mit, dass eine sogenannte Brandsicherheitsschau im Schulgebäude in der Lindenberger Straße 12 stattfand. Dessen Fazit: Aufgrund der fehlenden oder mangelhaften Abtrennung der Treppenhäuser von den Fluren und den Unterrichtsräumen kann sich Rauch im Brandfall in kürzester Zeit vor allem im Obergeschoss ausbreiten.

„Im Brandfall kann die rechtzeitige Evakuierung der Schüler, Lehrer und Besucher, vor allem aus den Obergeschossen des Gebäudes nicht sichergestellt werden“, heißt es im Protokoll. Deshalb seien nun unverzüglich die baulichen Mängel zu beseitigen. „Nach Rücksprache mit den Lehrkräften sowie dem pädagogischen Personal hat die Erweiterte Schulleitung beschlossen, aufgrund der akuten Gefahrenlage und zum Schutz Ihrer Kinder, die Obergeschosse 1 bis 3 zu sperren“, heißt es im Schreiben an die Eltern. Die Betreuung der Kinder sollte dann im Erd- und Untergeschoss sowie auf dem Schulhof und in der Turnhalle erfolgen.

Nach diesem Brief an die Eltern reagierten Bezirksamt und Senat sofort. Auf Anfrage teilt Schulstadtrat Torsten Kühne (CDU), der erst seit Kurzem den Bereich Schulen verantwortet, mit, dass er sich sofort mit dem Schulamt, dem Hochbauamt und dem Bau- und Wohnungsaufsichtsamt abstimmte. „Ich fragte, ob das Gebäude oder Teile davon aufgrund der Situation geschlossen werden müssen“, sagt er. „Nach Ansicht der Bauaufsicht ist das nicht nötig. Das habe ich dann auch der Schulleitung mitgeteilt.“ So konnte vor den Winterferien eine Sperrung von Etagen abgewendet werden.

Seitdem das Protokoll Mitte Januar auch im Amt vorliegt, werde an einem Konzept gearbeitet, erklärt Kühne. In diesem wird festgelegt, zu welchem Zeitpunkt festgestellte Mängel abgestellt sein müssen. Zunächst werden Sofortmaßnahmen angegangen, mit denen der Brandschutz erhöht werden soll. Zu diesen gehören unter anderem der Einbau von Rauchmeldern sowie die Öffnung von derzeit fest verschlossenen Fenstern. Über die anstehenden Arbeiten informierte Kühne bei einem Vor-Ort-Termin die Schulleitung und Elternvertreter.

Für den Vorsitzenden des Fördervereins der Grundschule, Oliver Görs, ist das Ergebnis der Brandsicherheitsschau keine Überraschung. Dass die Plattenbauschule, die in den 70er-Jahren gebaut wurde, viele Mängel hat, ist hinlänglich bekannt. Vor drei Jahren drohten zum Beispiel Fenster aus der Fassade auf den Schulhof zu fallen. Die wurden daraufhin einfach fest zugeschraubt, was jetzt bei der nach über zehn Jahren erstmals wieder vorgenommenen Brandsicherheitsschau beispielsweise bemängelt wurde.

Dass Senat und Bezirksamt derzeit nicht mehr groß in das alte Schulgebäude investieren möchten, ist nach Görs Ansicht irgendwie auch nachzuvollziehen. Die Elisabeth-Christinen-Grundschule soll nämlich komplett in den großen Schuldkomplex in der Buchholzer Straße 3 umziehen. Doch dort müssen erst noch weitere Ausbauarbeiten stattfinden.

„Die Buchholzer Straße 3 muss rasch ans Netz! Dann haben wir die Probleme mit dem Plattenbau nicht mehr“, meint Oliver Görs. Das hat das Bezirksamt inzwischen offenbar auch erkannt. In zwei Gebäudeteilen an der Buchholzer Straße seien die Arbeiten bereits im Gange, berichtet Stadtrat Kühne. Der letzte Gebäudeteil ist allerdings erst in der Investitionsplanung 2018 vorgesehen. „Wir versuchen, das nun vorzuziehen, damit die Schule so schnell wie möglich umziehen kann“, formuliert Kühne das Ziel. BW
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.