Mit wachen Augen: Maler H.-Jürgen Malik zeigt im Brosehaus seine Aquarelle

In der Ausstellung zeigt H.-Jürgen Malik auch dieses Bild von der Villa am Schloss. (Foto: BW)
Berlin: Brosehaus |

Niederschönhausen. "Pankows vertraute Ecken" können die Besucher des Brosehauses jetzt mal auf eine ganz andere Weise entdecken. Der Freundeskreis der Chronik Pankow zeigt dort Aquarelle von H.-Jürgen Malik. Der Künstler wohnt nicht weit entfernt. In Pankow ist er meist zu Fuß unterwegs. "Da kann man alle paar Meter etwas Neues entdecken, wenn man mit offenen Augen durch die Nachbarschaft läuft", sagt er.

Mal sind es kleine Villen mit besonderen Fassadenelementen, mal ist es ein alter Schuppen, der ein Stück von der Natur zurückerobert wurde. Immer wieder schweift Maliks Blick auch zu den vielfältig gestalteten Fenstern der alten Villen und Wohnhäuser. "Ich mache mir häufig Skizzen. Zu Hause werden daraus dann Aquarelle", berichtet H.-Jürgen Malik. "Und wenn ich merke, dass ich mir ein Detail noch mal genauer anschauen muss, dann gehe ich einfach noch mal los. Es befindet sich ja alles in der Nähe."

So entstanden nach und nach viele Bilder von "Pankows vertrauten Ecken", die die Besucher in der Ausstellung nun entdecken können. Immer wieder wird manch einer beim Betrachten sagen: Dieses oder jenes Detail habe ich an dem Gebäude so noch nie wahrgenommen.

Das Wunderbare an Maliks Bildern ist: Er bringt die Farbe mit einer Leichtigkeit aufs Papier, dass es Freude macht, sie zu betrachten. Und immer entdeckt man auch einen Hauch italienisches Flair, zum Beispiel bei den Bildern von Villen.

Dieser Eindruck trügt nicht. H.-Jürgen Malik ist mit Leib und Seele Italien-Reisender. "Ich habe sehr viele Urlaube dort verbracht. In meinem Gepäck hatte ich immer Blätter, Pinsel und Farbe", sagt er. So brachte er unzählige Bilder mit, die bereits in zahlreichen Ausstellungen zu sehen waren.

Bei einer Vernissage kam der Künstler mit Jutta Mach vom Vorstand des Freundeskreises der Chronik Pankow ins Gespräch. So war es nur eine Frage der Zeit, bis er nun erstmals die "vertrauten Ecken" präsentiert. Unter anderem sind die Orangerie am Schloss Schönhausen, Herthaplatz, Ossietzkyplatz, das frühere Krankenhaus Nordend, der alte Heinersdorfer Lokschuppen, das Straßenbahndepot in Nordend, Villen und Fernster zu sehen.

Gemalt hat er eigentlich sein Leben lang, sagt H.-Jürgen Malik. Der 66-Jährige absolvierte ein Studium an der Fachschule für Werbung und Gestaltung sowie an der Dresdner Hochschule für Malerei und Grafik. Danach arbeitete er in Berliner Verlagen als Typograf und Grafiker. 1987 wurde er Mitglied im Verband Bildender Künstler. Zuletzt war er Grafiker bei der Dussmann-Gruppe Berlin. Und jetzt im Ruhestand hat er noch viel mehr Zeit zum Aquarellieren, wie er sagt.

Die neue Ausstellung im Brosehaus, Dietzgenstraße 42, ist Mittwoch und Sonntag von 14 bis 17 Uhr sowie nach Anmeldung unter 47 47 16 49 geöffnet.

Bernd Wähner / BW
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