André König erforschte das Leben des Pankower Drogisten Max Noa

André König mit seinem Buch über Max Noa und einer Firmenbroschüre des Drogisten. (Foto: Bernd Wähner)
Berlin: Brosehaus |

Niederschönhausen. Max Noa war einer der kreativsten und cleversten Unternehmer Pankows. Dessen Leben erforschte in den zurückliegenden Jahren André König. Jetzt hat er ein Buch über ihn veröffentlicht.

Der Drogist Max Noa (1868-1916) experimentierte mit Essenzen und Weingeistern für alkoholische und nichtalkoholische Getränke. Seine Produkte kamen bei den Kunden hervorragend an. Damit war er so erfolgreich, dass er seinen Betrieb mehrfach vergrößern und umziehen musste. 1907 erwarb er das Grundstück in der Treskowstraße 5. Dort baute er ein Wohnhaus. Im Erdgeschoss richtete er eine große Drogerie ein und schuf ausreichend Platz für sein Unternehmen.

Seine Drogerie überdauerte ihn noch Jahrzehnte. André König wuchs in der Treskowstraße auf. „Ich war als Kind oft in dieser Drogerie. Dort fühlte ich mich immer wohl und verbinde schöne Erinnerungen mit ihr“, sagt der 54-Jährige. Weil er an lokaler Geschichte interessiert ist, trat König vor vier Jahren dem Freundeskreis der Chronik Pankow bei. Recht schnell hatte er "sein" Thema gefunden.

Nicht nur die emotionale Verbindung spielte eine Rolle, dass sich König intensiv mit dem Leben von Max Noa beschäftigte. Er arbeitet selbst in der Chemieindustrie. Von daher interessierte ihn auch, was der Unternehmer an Essenzen herstellte.

Essenzen und Weingeister

Vor drei Jahren begann König, sich in das Thema hineinzuknien. Wertvolle Informationen erhielt er aus Firmenbroschüren. Noa brachte nämlich jedes Jahr für seinen stetig wachsenden Kundenstamm eine Art Katalog heraus. In diesen Heften finden sich nicht nur Informationen zu den Essenzen, Weingeistern und zu deren Verwendung, es gibt auch einige Informationen zum Betrieb. Dieser Textteil war sogar mit zeitgenössische Fotografien aufwendig illustriert.

Einige der Firmenbroschüren konnte sich André König nach intensiven Internetrecherchen beschaffen. Doch um mehr über den erfolgreichen Pankower Unternehmer in Erfahrung bringen zu können, musste der Heimatforscher in Archiven stöbern. Tausende Stunden verbrachte er mit seinen Recherchen, um ausreichend Material für sein Buch zusammenzutragen.

Mit Unterstützung von Hannelore Sigbjoernsen und Hans Klockmann vom Freundeskreis gestaltete er dann ein Buch, das auf 96 Seiten einen einfallsreichen Unternehmer porträtiert. Um die 60 Mitarbeiter beschäftigte Max Noa in den Hochzeiten. Leider verstarb er mit 47 Jahren viel zu früh an einer Krankheit. Noch heute erinnert ein Mosaik im Gehweg vor der Treskowstraße 5 an den Unternehmer. Seine Drogerie gibt es allerdings nicht mehr. Heute befindet sich in den Räumen ein Kinderladen. BW

Das Buch „Die Drogerie und Essenzenfabrik Max Noa in Berlin-Niederschönhausen“ ist für 7,50 Euro beim Freundeskreis der Chronik Pankow im Brosehaus, Dietzgenstraße 42, erhältlich. Geöffnet ist montags und sonntags von 15 bis 18 Uhr. Weitere Informationen unter  47 47 16 49.
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