Nummernstraße wird nach Louis Schmidt benannt

Christel und Helmut Liebram finden es toll, dass eine Straße nach Louis Schmidt benannt werden soll. (Foto: Bernd Wähner)

Niederschönhausen. Die Straße 101 soll nach Louis Schmidt benannt werden. Diesen Beschluss fasste das Bezirksamt. Damit soll eine weitere, mit einer Nummer benannte Straße im Bezirk einen richtigen Namen erhalten.

Den Antrag, die Straße nach seinem Vorfahren zu benennen, stellte Klaus-Dietmar Schmidt aus dem niedersächsischen Hemmingen. Er betrieb umfangreiche Recherchen zur Familiengeschichte. Dabei wurde er auf den von 1836 bis 1914 lebenden Louis Schmidt aufmerksam. Der Schmiedemeister gehörte zu den wichtigsten Bürgern Pankows.

Bei seinen Recherchen wurde Schmidt vor Ort von den Pankower Heimatforschern Christel und Helmut Liebram unterstützt. Die beiden hatten vor etlichen Jahren mit Schülern ein Projekt zum Thema „Die Schmieden im Norden Pankows“ durchgeführt. Sie konnten nach nochmaligen Recherchen bestätigen: Mindestens drei Generationen vor Louis Schmidt hatten Mitglieder der Familie an der Schönhauser Straße 5 in Rosenthal schon eine Schmiede betrieben. Doch Louis Schmidt war der bekannteste Vorfahre. Nach ihm war schon einmal eine Straße benannt, die heutige Kattegatstraße. Als seinerzeit ein Teil des Bezirks Pankow an den Bezirk Wedding ging, wurde sie 1938 umbenannt. Man wusste in Wedding mit dem Namen Schmidt schlicht nichts anzufangen.

1862 übernahm Louis Schmidt das Schmiedegrundstück an der Schönholzer Straße 14/ Wilhelm-Kuhr-Straße 1. Hier wohnte er auch. Ab Mitte der 1860er-Jahre begann Schmidt, sich im öffentlichen und politischen Leben zu engagieren. 1870 ließ er sich in die Gemeindeversammlung wählen und wirkte bei der Gestaltung Pankows mit. Als 1880 Richard Gottschalk zum Bürgermeister gewählt wurde, stieg Schmidt zu dessen Stellvertreter auf. Weiterhin bekleidete er das Amt des Gemeindeschöffen.

Nach dem Tod Gottschalks hätte Schmidt sogar Bürgermeister werden können. Die Gemeindevertretung entschied aber, dass den Posten ein studierter Mann übernehmen solle. Deshalb schrieb man das Amt öffentlich aus und entschied sich für den Rechtsanwalt Wilhelm Kuhr. Schmidt blieb stellvertretender Bürgermeister. In dieser Funktion sprach er auch den Toast zur Grundsteinlegung für das Pankower Rathaus. BW
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