Weder Technikmuseum noch BVG brauchen das Straßenbahndepot Nordend

Niederschönhausen. Die Zukunft des Straßenbahnbetriebshofs Nordend ist völlig offen. Dieses Resümee lässt sich nach der Antwort von Verkehrsstaatssekretär Christian Gaebler auf eine Anfrage des Pankower Abgeordneten Alex Lubawinski (beide SPD) ziehen.

Weder hat die BVG vor, den Betriebsbahnhof zu reaktivieren, noch will das Technikmuseum die Hallen nutzen. Das Straßenbahndepot wurde 1901 errichtet und 1924 erweitert. Das Gelände steht seit Anfang der 90er-Jahre unter Denkmalschutz. Seit Ende 1999 braucht die BVG den Betriebshof nur noch in Ausnahmefällen. Hauptnutzer des Areals ist seit einigen Jahren der Denkmalpflege-Verein Nahverkehr Berlin. Er stellt seine historischen Straßenbahnen und Busse in den Hallen aus.

Die BVG braucht den Betriebshof eigentlich gar nicht mehr. Das teilte die BVG dem Staatssekretär Christian Gaebler mit: "Eine betriebliche Nutzung ist mit den vorhandenen Bauten und Betriebsmitteln und wegen unverhältnismäßig hoher Instandsetzungs- und Nebenkosten aufgrund aktueller Vorschriften nicht mehr möglich und daher nicht realistisch." Nach Ansicht der BVG könnte der Betriebshof verkauft werden. Doch weder ein Verkauf noch eine andere Nutzung ist in Sicht. Die BVG hat mit dem Deutschen Technikmuseum Gespräche geführt, ob dieses eine Ausstellung zur Straßenbahngeschichte einrichten möchte. "Laut BVG hatte die Museumsleitung aber kein Interesse", so Gaebler. Schließlich seien hier immense Investitionen nötig.

Planungsrechtlich sei der Betriebshof immer noch Betriebsanlage der BVG und dürfe nur als solche genutzt werden, erläutert der Staatssekretär. Sollte irgendwann eine andere Nutzung in Betracht kommen, müssten dafür gesetzliche Voraussetzungen geschaffen werden.

Unklar ist bislang auch, ob der Betriebshof im Zusammenhang mit baulichen Entwicklungen in Nordend, Blankenfelde und Französisch Buchholz für eine Nutzung reaktiviert werden könnte. Wie berichtet plant der Senat größere Wohnungsbauvorhaben, die an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden werden müssten. Ob man dafür den alten Betriebshof Nordend brauche, werde erst bei den anstehenden Planungen geklärt, so Gaebler.


Bernd Wähner / BW
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