Bei "Aavaa" haben auch Hobbyautoren eine Chance

Im Keller des Verlags befindet sich die Druckerei. Verleger Hans Lebek (vorn), Drucker Thomas Müller und Geschäftsführer Mario Lenz arbeiten dort. (Foto: BW)

Niederschönhausen. Romane schreiben ist ihre Leidenschaft. Doch inzwischen haben Hans Lebek und Mario Lenz auch das Herausgeben von Büchern für sich entdeckt.

Mit ihrem Aavaa-Verlag gaben sie mittlerweile 400 Buchtitel von 250 Autoren heraus. Wer die Verlagsräume an der Hermann-Hesse-Straße 25 betritt, läuft zunächst an einem langen, mit Büchern vollgestopften Regal vorbei. Auch an den meisten anderen Wänden und in Nischen befinden sich weitere Bücherregale und -kisten. Zwischendrin stehen Schreibtische. Von denen aus koordinieren Lebek und Lenz Manuskripteingang, Lektorat, Druck, Bindung, Auslieferung und anderes mehr.Stets haben die beiden einen Scherz auf den Lippen.

Man merkt, dass sie inmitten so vieler Bücher voll in ihrem Element sind. Dabei haben sie noch bis vor einigen Monaten gemeinsam in einer Spedition gearbeitet. Beide verbindet allerdings, dass sie gern schreiben. Hans Lebek, Jahrgang 1950, hat inzwischen zwölf Bücher veröffentlich. Mario Lenz, der 34-jährige Verlagsgeschäftsfürer, schrieb zwei Thriller. Eine Erfahrung machten aber beide. "Es ist für noch nicht so bekannte Autoren ungeheuer schwer, Verlage für ihre Bücher zu interessieren", so Lebek. "Die Bücher können noch so gut sein: Die meisten Autoren bekommen Ablehnungen." Viele wenden sich deshalb an Internetverlage. Die verlangen von den Autoren einen sogenannten Druckkostenzuschuss. Damit geht das Risiko voll auf sie über. Verkauft sich das Buch nicht, war die Buchveröffentlichung für den Autor ein kostspieliges Abenteuer.

Anfangs machte auch Lebek ähnliche Erfahrungen. Erst als sich seine Bücher gut verkauften, wurden Herausgeber aufmerksamer. Aber da hatte sich der Freizeitautor schon entschieden, selbst einen Verlag zu gründen. Dessen Konzept: Die Autoren reichen ihre Bücher via Internet ein.

Hat ein Buch Potenzial, wird mit dem Autor daran gefeilt. Ist ein Manuskript wirklich Mist, teilt das der Verlag dem Absender auch so mit. Lenz: "Jeder kann sein Manuskript dann komplett überarbeiten und erneut einreichen." Ist ein Buch angenommen, wird es veröffentlicht und für den Buchhandel gelistet. Mit dem Autor wird ein Vertrag gemacht. Er bekommt eine handelsübliche Vergütung.

"Wir drucken zunächst eine kleine Auflage und können jederzeit auf Bestellung nachdrucken", erläutert Lenz. Das Risiko liegt so beim Verlag. Aber mit seinem Konzept wird es doch sehr gering gehalten. Das Ungewöhnliche am Aavaa-Verlag: Er hat mit Thomas Müller seinen eigenen Druckereifachmann im Haus. Alle Bücher können sofort im Verlagsuntergeschoss gedruckt und gebunden werden. Lenz. "So können wir auf Bestellungen sehr schnell reagieren."

Wer mehr über den Aavaa-Verlag wissen möchte: www.aavaa-verlag.com.

Bernd Wähner / BW
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden