Jürgen Schulz engagiert sich seit 30 Jahren

Jürgen Schulz kann auf 30 Jahre Engagement für Familien von kranken Kindern zurückblicken. (Foto: BW)

Niederschönhausen. Auf 30 Jahre unermüdliches Engagement für Familien mit einem krebskranken Kind kann Jürgen Schulz zurückschauen. Unterstützt wird er dabei von seiner Frau Barbara.

Björn Schulz, der Sohn des Paares, verstarb 1982 wenige Tage vor seinem achten Geburtstag an Leukämie. Die Eltern erlebten zuvor schwere Jahre der Krebstherapie. Schon wenige Monate nach dem Tod von Björn gründeten sie Mitte 1983 einen Verein, der Familien mit einem krebskranken Kind zur Seite steht. Zum Vorsitzenden des heutigen Vereins "Kinderhilfe - Hilfe für leukämie- und tumorkranke Kinder Berlin-Brandenburg" wählten die Mitglieder Jürgen Schulz.Der Damaszier-Meister und Betriebswirt war mehrere Jahrzehnte für das Unternehmen IBM sowie als selbstständiger Unternehmensberater tätig. Seit 1970 ist er mit Barbara Schulz glücklich verheiratet, 1975 wurde ihr Sohn Björn geboren. Drei Jahre später erkrankte er an Leukämie. Der Kampf um das Leben ihres Kindes prägte beide. "Wir erlebten, wie es Familien in dieser existenziellen Situation zwischen Klinik und Zuhause geht, wie man glaubt, am Ende seiner Kräfte zu sein", erklärt Jürgen Schulz. Zunächst gab es 1980 Aussicht auf Heilung. Doch letztlich oblag ihr Sohn im Kampf gegen den Krebs. "Uns wurden noch zwei Jahre mit unserem Jungen geschenkt. In dieser Zeit stand uns auch die Seelsorgerin Rosemarie Fuchs eng zur Seite", erinnert sich Schulz. Sie ermutigte das Paar, sich für andere Familien in ähnlicher Situation einzusetzen.

Der Verein Kinderhilfe ermöglichte den Aufbau einer Tagesklinik für krebskranke Kinder am Virchow-Klinikum sowie die Förderung der Behandlungsbedingungen und Forschung auf dem Gebiet der pädiatrischen Onkologie. In Kontakt- und Beratungsstellen des Vereins in Berlin, Potsdam, Brandenburg und Frankfurt/Oder werden außerdem Nachsorge, sozialrechtliche Beratung und vor allem ein Austausch mit anderen betroffenen Familien angeboten. Des Weiteren wurde ein Nothilfefonds eingerichtet, damit Eltern unkompliziert in Elternwohnungen in der Nähe der Klinik untergebracht werden können Das Leitmotiv der Arbeit beschreibt Jürgen Schulz so: "Wenn ein Kind so schwer erkrankt, ist immer die gesamte Familie betroffen."

Die große Resonanz auf die Angebote des Vereins machte es notwendig, das Aufgabenfeld zu erweitern. Deshalb wurde 1996 die Björn-Schulz-Stiftung gegründet, deren Vorstandsvorsitzender Jürgen Schulz ist. Bereits 1997 eröffnete die Stiftung den ersten ambulanten Hospizdienst in Deutschland. In diesem kümmern sich ehrenamtlich Familienbegleiter um die Familien. 2002 eröffnete die Stiftung schließlich ihr stationäres Kinderhospiz, den Sonnenhof in der Wilhelm-Wolff-Straße 36-38. Alle Angebote werden fast ausschließlich durch Spenden finanziert. Mit seiner Ausstrahlung gelingt es Jürgen Schulz immer wieder, die Menschen für sein Anliegen zu sensibilisieren. "Ich danke von ganzem Herzen allen Menschen, die unsere Arbeit unterstützen, und wünsche mir sehr, dass sie uns weiterhin helfen, damit wir den Familien helfen können", sagt Schulz.

Weitere Infos dazu auf www.bjoern-schulz-stiftung.de.

Bernd Wähner / BW
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