Schon seit 120 Jahren gibt es den Pankower VfB

Jörg Milack ist seit zehn Jahren Vorsitzender des VfB Einheit zu Pankow 1893. (Foto: BW)

Niederschönhausen. Seinen 120. Geburtstag feierte in diesem Jahr der Traditionsverein VfB Einheit zu Pankow. Mit seinen 520 Mitgliedern ist er einer der größten Fußballvereine im Berliner Norden.

"In unserem Verein spielen heute neun Herrenmannschaften in mehreren Altersklassen sowie 14 Mannschaften im Jugendbereich", sagt der Vereinsvorsitzende Jörg Milack. "Weiterhin haben wir eine Frauenmannschaft, die aber nicht am Punktspielbetrieb teilnimmt, und es existiert eine Freizeitfußballmannschaft für Herren." Der Verein steht heute auf soliden Füßen, hat aber eine äußerst wechselvolle Geschichte hinter sich. "Gegründet wurde er 1893 auf Anregung eines gewissen Dr. Hermani, der die Pankower Höhere Knabenschule leitete", berichtet Milack. 26 Mitglieder hatte der Verein anfangs. Das VfB im Namen stand seinerzeit für "Verein für Bewegungsspiele". Die Vereinsmitglieder beschäftigten sich auf dem Rasen vor Schloss Schönhausen mit Kricket und Tennis. Doch schon wenig später avancierte der aus England importierte Mannschaftssport Fußball zum Schwerpunkt des Vereins.Eine Episode am Rande der Vereinsgeschichte: Mit 21 Jahren wird ein gewisser Franz John Mitglied des gerade gegründeten Vereins. Den ausgebildeten Fotografen zieht es aber schon bald nach München. Dort gründet er im Jahr 1900 den F. C. Bayern, dessen Vorsitzender er bis 1903 blieb. Dann kehrte er zurück nach Pankow. Er betrieb ein Fotoatelier in der Kreuzstraße 16, wird wieder im VfB Pankow aktiv und dessen Präsident. Die Bayern machten ihn 1920 zum Ehrenpräsidenten. "So gibt es zwischen unserem Verein und dem FC Bayern eine kuriose personelle Verbindung", lächelt Jörg Milack.

In seiner 120-jährigen Geschichte machte der VfB alle Höhen und Tiefen durch, die man sich nur denken kann. Am schmerzlichsten war die Teilung des Vereins im Mai 1951. Weil er seine Spielstätte an der Schönholzer Heide hatte, spielten im Verein Fußballer aus West und Ost. Während sich der Ostverein auf Druck der sowjetischen Besatzungsmacht "Einheit Pankow" nannte, erhielt sich im Westteil der Stadt der Name "VfB zu Pankow". Den Ost-Berlinern gelang es sogar Anfang der 70er-Jahre einige Zeit in der DDR-Liga und zwei Jahre in der Oberliga zu spielen. Am 14. Mai 1991, nach dem Fall der Mauer, fusionierten beide Vereine zum heutigen VfB Einheit zu Pankow. Es war überhaupt die erste Ost-West-Fusion im Sport Anfang der 90er-Jahre.

Vor zehn Jahren wurde Jörg Milack zum Vorsitzenden gewählt. Da hatte er bereits 30 Jahre Erfahrung als Trainer hinter sich, 20 Jahre davon beim VfB. Milacks Ziel ist es, den Verein sportlich weiter zu stabilisieren und voranzubringen. Für das Jubiläumsjahr plant der Verein ein Fußballturnier für alle Altersklassen. Das soll Ende Mai, Anfang Juni stattfinden und wird von einer Arbeitsgruppe vorbereitet. Zum 120. Geburtstag hat der Verein natürlich auch einen Wunsch. Milack: "Wir wünschen uns vor allem, dass das mit der neuen Lichtanlage auf unserem Sportplatz in der Hermann-Hesse-Straße 80 endlich klappt. Die alte Platzbeleuchtung stammt noch aus den 50er-Jahren. Für eine neue haben wir schon die Zusage vom Bezirksamt."

Weitere Informationen gibt es im Internet auf www.vfb-einheit-zu-pankow.com.

Bernd Wähner / BW
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