Sieghard Anger ist Meister des filigranen Federstrichs

Das alte Café Garbáty reizte Sieghard Anger zu dieser Zeichnung. Foto: BW

Niederschönhausen. Sieghard Anger hat eine ungewöhnliche Leidenschaft: Er zeichnet seit fünf Jahren Pankower Sehenswürdigkeiten.

Seine neusten Arbeiten zeigt er ab dem 16. November in der Werkstatt-Galerie Cora-Art an der Dietzgenstraße 57. Um 19 Uhr wird die Ausstellung eröffnet. An diesem Abend haben Kunstfreunde Gelegenheit, mit dem Grafiker ins Gespräch zu kommen.Sieghard Anger war und ist in unterschiedlichen Bereichen künstlerisch unterwegs. Gelernt hat der 42-Jähige ursprünglich Reliefgraveur. "In der Ausbildung hatte ich sehr viel zu zeichnen und entdeckte meine Leidenschaft dafür", berichtet er. Später arbeitete Anger in einer Werbeagentur. Auch hier waren seine grafischen Talente gefragt. Schließlich entschloss er sich zu einem Kunststudium. Er wählte die Fachrichtung Flächendesign. "Mich reizte es, mit grafischen Elementen Spannungen auf Flächen zu erzeugen", sagt er.

Schließlich ließ er sich noch zum Kunsttherapeuten ausbilden. Als solcher arbeitet er heute für dreißig Stunden in der Woche mit Demenzkranken. Einen Großteil seiner Freizeit widmet er der Kunst. Zum einen fasziniert ihn die künstlerische Fotografie, zum anderen die Grafik. "Mir gefällt Pankow so gut, dass ich mir vor fünf Jahren vornahm, Sehenswürdigkeiten zu zeichnen", berichtet Sieghard Anger. "Mich interessierten aber nicht so sehr sanierte Bauwerke. Ich zeichne viel lieber die Dinge, die einen morbiden Charme haben, von denen Putz bröckelt und auf denen man noch etwas Altes erkennt." Die Zeichnungen des Grafikers entstehen, wen wundert‘s, ebenfalls in einer alten Technik.

Er zieht mit Feder und Tusche unzählige feine Striche, die er verdichtet. Für den Betrachter entstehen dadurch Flächen. Die Bilder wirken fein, filigran und detailreich. In den vergangenen fünf Jahren hat Anger bereits eine ganze Anzahl von Sehenswürdigkeiten gezeichnet. Dazu zählen zum Beispiel die Alte Mälzerei und das frühere Café Garbáty vor ihrem Umbau. Auch das Kino Blauer Stern, das Max-Delbrück-Gymnasium, das Bürgerparktor und das Rathaus hat er bereits gezeichnet. In den vergangenen Monaten fertigte Sieghard Anger zahlreiche neue Bilder mit Pankow-Motiven. Diese findet Cora-Art-Inhaberin Cornelia Assmann so faszinierend, dass sie ihn zu einer Ausstellung einlud.

Zu besichtigen ist die Ausstellung "Ansichtssache Pankow" bis zum 19. Januar Montag bis Sonnabend von 10 bis 14 Uhr sowie Montag, Mittwoch und Freitag von 20 bis 22 Uhr und Dienstag und Donnerstag von 18 bis 22 Uhr.

Bernd Wähner / BW
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