Verordnete zweifeln an Umsetzbarkeit des Marktneubaus

Niederschönhausen. Über den Bau eines neuen E-Centers in der Blankenburger Straße wird gestritten. Verordnete und Händler aus der Nachbarschaft befürchten, dass der Neubau dem Zentrenkonzept des Bezirks widerspricht.

Deshalb ließ CDU-Fraktionschef Johannes Kraft das Bauvorhaben auf die Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses setzen. Stadtentwicklungsstadtrat Jens-Holger Kirchner (Bündnis 90/Die Grünen): "Bisher liegt dem Bezirksamt noch kein vollständiger Bauantrag vom Vorhabenträger vor." Inzwischen zeichnet sich aber ab, was an der Blankenburger Straße entstehen soll. Die Edeka-Reichelt-Gruppe betreibt dort seit gut 20 Jahren einen Markt. Dieser ist sanierungsbedürftig. Deshalb ließ man prüfen, wie man die Situation verbessern könnte, so ein Vertreter des Unternehmens. Man entschied sich für einen Neubau mit etwa 2500 Quadratmetern Fläche. Der Investor versteht diesen als Ersatzbau für die drei bisherigen Handelseinrichtungen auf dem Grundstück. Die Drogerie und der Lampenladen schlossen 2012. Ihre Flächen sollen in das Neubauprojekt integriert werden. Deshalb sehe man auch keinen Verstoß gegen das Einzelhandelskonzept, argumentiert das Unternehmen.Das sehen die Verordneten anders. Johannes Kraft meint, dass man das gesamte Projekt als Neubau bewerten müsse. Das wiederum widerspreche in seiner Dimension dem Zentrenkonzept. Auch Vertreter des Schlosspark-Centers an der Hermann-Hesse-Straße sowie des benachbarten Kaiser’s-Marktes sind dieser Auffassung. Beide tätigten in den vergangenen Jahren erhebliche Investitionen im Vertrauen darauf, dass der Bezirk in diesem Bereich keine neuen größeren Handelsflächen zulasse.

Die CDU beantragte in der jüngsten BVV-Sitzung, die Genehmigung für den Bau von Märkten und Einkaufszentren mit über 800 Quadratmetern Fläche im Gewerbegebiet an der Blankenburger Straße so lange zurückzustellen, bis die BVV die Fortschreibung des Pankower Zentrenkonzeptes beschlossen hat. Mit diesem Antrag wird sich nun der Ausschuss für Stadtentwicklung beschäftigen. Danach will man sich das Vorhaben E-Center und dessen Auswirkungen auf das Umfeld noch einmal neu bewerten.


Bernd Wähner / BW
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