Volkssolidarität übernimmt Seniorenklub Stille Straße 10

Niederschönhausen. Die Beharrlichkeit der Senioren hat sich ausgezahlt. Die Begegnungsstätte Stille Straße 10 bleibt erhalten. Das Bezirksamt soll bis Ende dieses Jahres mit der Volkssolidarität zunächst einen Mietvertrag abschließen.

In diesem soll die soziale Zwischennutzung der Immobilie festgeschrieben werden. Diesen Beschluss fasste der Finanzausschuss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Mit dem Landesverband Berlin der Volkssolidarität wird außerdem ein Erbbaurechtsvertrag über die langfristige Nutzung abgeschlossen. Bis Ende kommenden Jahres soll der Vertrag ausgehandelt sein. Tritt er in Kraft, ist der Wohlfahrtsträger komplett für die Immobilie verantwortlich.Mit diesen Entscheidungen ging eine der ungewöhnlichsten Hausbesetzungen Berlins nach 112 Tagen zu Ende. Die Seniorenbegegnungsstätte Stille Straße 10 wurde Ende Juni vom Bezirksamt geschlossen. Im Bezirkshaushalt stand kein Geld mehr für diese Einrichtung bereit.

Bereits im Vorfeld der Schließung gaben sich die Senioren kämpferisch. In Sitzungen der BVV forderten sie immer wieder lautstark die Bezirkspolitiker auf, die Begegnungsstätte zu erhalten. Diese wird immerhin von 300 Senioren regelmäßig besucht. Knapp 30 Freizeitgruppen treffen sich unter ihrem Dach.

Als das Bezirksamt trotz aller Proteste die Einrichtung dicht machte, besetzten sie die Senioren Anfang Juli. Dass Menschen über 60 Jahre zu Hausbesetzern werden, um ihre Einrichtung zu retten, das gab es bislang offenbar noch nicht in Berlin. Die Senioren erfuhren eine weltweite mediale Aufmerksamkeit und viel Zuspruch.

Bezirksamt und BVV entschieden, keine Räumung zu veranlassen. Stattdessen sollte der Versuch unternommen werden, eine Lösung zu finden. Im August beauftragten die Bezirksverordneten das Bezirksamt, Kontakt mit allen großen Trägern der Wohlfahrtspflege aufzunehmen. Es sollte erkundet werden, ob einer von ihnen bereit ist, die Stille Straße 10 zu übernehmen.

Als einziger Träger signalisierte die Volkssolidarität Interesse. Sie möchte aus der Begegnungsstätte ein Mehrgenerationenhaus machen. In einem ersten Schritt kann nun ein Mietvertrag abgeschlossen werden.


Bernd Wähner / BW
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