Erneut keine Fördermittel für Seniorenklub Stille Straße bewilligt

Niederschönhausen. Für den Ausbau der Begegnungsstätte Stille Straße 10 gibt es vorerst kein Geld von der Lotto-Stiftung. Das wurde nach der dritten Sitzung des Stiftungsrats in diesem Jahr bekannt.

Über 24 Millionen Euro wurden zwar für 38 Projekte bewilligt, aber die Begegnungsstätte in Niederschönhausen bekommt keinen Cent. Damit ist die Einrichtung zum zweiten Mal in Folge leer ausgegangen. Sie hatte für dieses Jahr 800 000 Euro beantragt. Mit diesem Geld sollte das Gebäude barrierefrei umgebaut werden. Außerdem war der Einbau eines zweiten Rettungsweges geplant. Damit sollte langfristig der Erhalt der Begegnungsstätte gesichert werden.

Auch wenn es erst einmal kein Geld von der Lotto-Stiftung gibt, die Nutzer der Einrichtung geben nicht auf. Denn die Senioren wissen inzwischen, wie man für seine Ziele kämpft und Öffentlichkeit erreicht. "Wenn wir jetzt aufgeben würden, wäre unser ganzer bisheriger Kampf umsonst gewesen", sagt Doris Syrbe vom Förderverein Stille Straße 10. Es ist gut zwei Jahre her, dass die Senioren mit der Besetzung ihres Klubs weltweit für Aufsehen sorgten. Die Einrichtung sollte geschlossen werden. Dem Bezirk der Erhalt zu teuer. Am 1. Juli 2012 besetzte aus Protest eine Gruppe von Senioren das Haus. 112 Tage hielten sie durch. Das Bezirksamt suchte währenddessen nach einem freien Träger. Den Zuschlag erhielt die Berliner Volkssolidarität.

Seit Anfang 2013 hat die Volkssolidarität für die Stille Straße 10 einen Nutzungsvertrag. Ein Erbbaurechtsvertrag ist vorgesehen. Dieser soll aber erst beurkundet werden, wenn die finanziellen Mittel für die nötigen Umbauarbeiten aufgetrieben sind. Deshalb hofften alle auf einen positiven Bescheid von der Lotto-Stiftung.

Doris Syrbe sagt: "Wir haben die ablehnende Entscheidung mit großer Enttäuschung zur Kenntnis genommen." Nun versuchen die Senioren Spenden zu sammeln. Unter anderem kann man auf www.betterplace.org spenden. Bis zum Ende des Jahres läuft noch der Nutzungsvertrag mit dem Pankower Bezirksamt. Die Berliner Volkssolidarität, die in diesem Vertrag Partner ist, will über eine Verlängerung verhandeln. Für die Senioren um Doris Syrbe ist indes klar: "Wir werden weiter um die Stille Straße 10 kämpfen."


Bernd Wähner / BW
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