Bezirk und Senat erarbeiten Konzept für Schlachtensee

Die von Hunden gebuddelten Wühllöcher unterhöhlen die Uferbefestigung. Staatssekretär Gaebler und Stadträtin Markl-Vieto machen sich ein Bild von der Lage. (Foto: Martin)

Nikolassee. Badeoase oder Hundeparadies? Am Schlachtensee und an der Krummen Lanke kommen sich Mensch und Vierbeiner ins Gehege. Ein Uferspaziergang am 31. Juli sollte die Problematik verdeutlichen und Lösungsansätze zeigen.

Unter dem Motto "Das beißt sich" hatten Umweltstadträtin Christa Markl-Vieto (B’90/Grüne) und Staatssekretär Christian Gaebler (SPD) von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt zum Ortstermin eingeladen. Dicht an dicht lagerten die Badegäste an den Strandabschnitten, dazwischen wuselten zahlreiche Hunde, die wie ihre Besitzer Abkühlung im Wasser suchten. Genau das aber ist verboten, denn die beiden Seen sind als EU-Badegewässer deklariert - und die entsprechende Verordnung untersagt Hunde im Wasser. Das Problem: Im Grunewald liegt das größte Berliner Hundeauslaufgebiet, es reicht bis an die Nordseite der beiden Seen heran, viele Hundebesitzer nehmen also an, ihre Vierbeiner dürften in die Seen springen. Abgesehen von Kindern und auch Erwachsenen, die Angst vor freilaufenden Hunden haben, sorgen deren Hinterlassenschaften für Verunreinigungen, die auf Dauer die Wasserqualität verschlechtern. Zudem gibt es am Ufer viele von den Tieren gebuddelte Wühllöcher, die die Befestigung unterhöhlen.

"Wir müssen uns jetzt entscheiden", sagte Markl-Vieto. "Entweder lassen wir alles wie es ist, dann entsteht hier ein Hundeparadies, oder wir ergreifen Partei für Kinder, Jogger und Badende." Man stehe an einem Scheideweg. "Wenn es so weitergeht, sind Schlachtensee und Krumme Lanke in drei bis fünf Jahren nicht mehr zum Baden geeignet." Das ist bereits beim Grunewaldsee der Fall, auf Grund der dortigen Hundebadestelle hat sich die Wasserqualität derart verschlechtert, dass der EU-Status als Badegewässer aberkannt wurde.

Konkrete Maßnahmen sind noch nicht fixiert, aber es gibt Ideen. Eine wäre, das Auslaufgebiet zurückzusetzen. "Etwas oberhalb vom Wasser verläuft ein Waldweg, dort könnte das Gebiet enden", erklärte Gaebler. Auch ein Mitnahmeverbot der Hunde ans Ufer käme in Frage. Klare Ausschilderungen sollten auf das Badeverbot für Hunde aufmerksam machen. Solche Schritte würden bei den Besitzern der Vierbeiner natürlich auf wenig Begeisterung stoßen, "die Hundelobby ist lautstark", sagte der Staatssekretär.

"Auf jeden Fall müssen wir alle Beteiligten mit ins Boot holen", erklärte Markl-Vieto. Neben den für Gewässer- und Naturschutz zuständigen Behörden sowie den Forsten sollen die Bürger mitreden. Man wolle ein verträgliches Miteinander und keine Antihunde-Kampagne, betonte Gaebler. Im Herbst wollen Senat und Bezirk mit der Arbeit an einem Konzept beginnen, das im nächsten Sommer greifen soll. Darin berücksichtigt wird auch die Problematik der wachsenden Müllberge an den Ufern.


Ulrike Martin / uma
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