"Palais"-Bauten sollen am Kirchblick entstehen

Verkauft wird schon, wofür es noch keine Baugenehmigung gibt: In Schlachtensee soll weiterer Wohnraum entstehen. (Foto: M. Schmidt)

Nikolassee. Fünf weiße "Palais"-Gebäude sollen in Schlachtensee das Gelände zwischen Matterhornstraße und Kirchblick auffüllen. Bürger fürchten dadurch eine weitere Vereinheitlichung des traditionsreichen Villenvororts.

Noch gibt es laut Baustadtrat Norbert Schmidt (CDU) keine Baugenehmigung für die vierstöckigen Quader mit Penthouse-Aufbau. Doch am Kirchblick und an der Matterhornstraße wird bereits fleißig abgerissen. Anwohner fürchten, dass mit dem neuen "Schlachtensee-Carré" die Baulandschaft verschandelt wird.

"Abreißen ist genehmigungsfrei", sagt Schmidt. "Das bedeutet gar nichts." Von einer Genehmigung zum Bauen sei der Investor, die Diamona & Harnisch GmbH & Co. KG, noch weit entfernt. Schmidt: "Die Bauanträge sind eingereicht und befinden sich in der Prüfung." Bedenken gegen die Bebauung hat CDU-Fraktionschef Torsten Hippe. "Für die Gegend im Prinzip zu groß", sagt er.

Allerdings sei das Vorhaben nach dem Bebauungsplan wohl zulässig. "Es lässt sich wahrscheinlich nicht verhindern. Denn der B-Plan stamme aus der Zeit, da die Auflagen für Neubauten der Senat erließ. Erst in den 90er-Jahren waren die Kompetenzen für B-Pläne auf die Bezirke übergegangen. Nur die Balkone ragen nach Hippes Ansicht zu weit raus.

Erst 2014 werde sich der Stadtplanungsausschuss mit dem Thema befassen. Und einen Pluspunkt beim Carré sieht der CDU-Politiker auch. "Es ist besser als das, was vorher da stand."

Vor allem das Hotel- und Tagungsgebäude aus den 70er-Jahren im Kirchblick, das bis vor Kurzem noch der Unterkunft von Asylbewerbern diente, war laut Hippe "ganz gräußlich." 73 Wohneinheiten sollen nach Angaben von Sandra Wegener von der Marketingabteilung in fünf "Palais" genannten Häusern erstellt werden. Zu Einzelheiten befragt, verweist Wegener auf die Website ihres Unternehmens. Noch gebe es keine Baugenehmigung. Wann diese komme, wisse sie nicht.

Noch befindet sich an der Matterhornstraße neben einem Blumenladen ein Markt mit bis zu 25 Ständen. Auch deren Betreiber sind verunsichert. Erst im neuen Jahr, so heißt es vom Grundeigentümer, gebe es eine Entscheidung, wie es weitergehe.


Martinus Schmidt / mst
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