Seglervereinigung 1903 feiert ihren 110. Geburtstag

110 Jahre bewegte Geschichte. Brigitta Hiemsch und Klaus Schenkel führen die Segelfreunde von Schwanenwerder. (Foto: M. Schmidt)

Nikolassee. Sie sind der einzige Berliner Verein, der seinen Mitgliedern noch Bojenplätze bietet. Nach 110 Jahren ihres Bestehens will die Seglervereinigung 1903 (SV 03) offen für Neues sein.

Die Segelfreunde, seit 1907 am Großen Fenster der Klaren Lanke vor Schwanenwerder, haben eine bewegte Geschichte hinter sich. Als am Ende des Zweiten Weltkrieges russische Soldaten dort eine Fischereistation errichteten, schien das Ende der Segelei gekommen zu sein. Auch das alte Bootshaus hatten die Russen niedergebrannt - "wohl weil sie dort eine Fahne mit Hakenkreuz entdeckt hatten", sagt Klaus Schenkel.Im September 1947 wurde die SV 03 als "nicht politische Organisation im amerikanischen Sektor von Berlin" zugelassen, bevor der traditionsreiche Wassersportclub Hafen und Gelände wieder in Besitz nehmen konnte. Zu verdanken war dies dem damaligen Vorsitzenden Günther Sparr, durch den auch der provisorische Eisenbahnwaggon bald wieder durch ein Clubhaus ersetzt wurde. Nach Sparr ist der begehrte Preis benannt, der alljährlich von der SV 03 ausgelobt wird.

Klaus Schenkel ist seit 1952 dabei, seit 2003 Commodore. Wichtig für die SV 03 sind die Regatten. Zahlreiche Pokale haben die Segler von Schwanenwerder gewonnen, 1983 gar den "Admirals Cup." Von den 400 Mitgliedern sind 50 minderjährig, 20 junge Erwachsene gelten als Junioren. Großen Wert legt die SV 03 auf die Jugendarbeit.

Während Schenkel eine Art Ehrenpräsident ist, kümmert sich die stellvertretende Vorsitzende Brigitta Hiemsch um die tägliche Vorstandsarbeit. "Wir sind für neue Mitglieder aufgeschlossen", sagt die 71-Jährige, Von den neuen Segelfreunden erwartet sie Engagement, Gemeinschaftsgeist und Spaß am Segeln. Dazu gehören auch 15 Arbeitsstunden im Jahr. Zu tun gibt es auf dem großen Vereinsgrund immer genug. So verbringt die pensionierte Bankkauffrau heute viel Zeit im SV 03-eigenen Garten, wo ein seltener Gingkobaum zu ihren Schätzen zählt.

Weitere Informationen gibt es unter www.sv03.de.

Martinus Schmidt / mst
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