SPD fordert besseren Lärmschutz für Bürger

Lücken im Schallschutz hat SPD-Fraktionschef Norbert Buchta an der A115 ausgemacht. (Foto: M. Schmidt)

Nikolassee. Die SPD will die Anlieger der A 115 besser vor Lärm schützen. Sie sollen dazu bei der Instandsetzung des Abschnitts zwischen Nikolassee und Wannsee im kommenden Jahr frühzeitig in die Planungen mit einbezogen werden.

Die Sozialdemokraten fordern vom Bezirksamt, auf die Einbeziehung der Autobahnanrainer beim Senat hinzuwirken. Über einen entsprechenden Antrag soll die Bezirksverordnetenversammlung am Mittwoch, 19. Juni, abstimmen. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ist im Falle der Autobahnen die ausführende Behörde. Mit dem Bauvorhaben soll das südlichste Stück der A 115 modernisiert werden. Dabei werde auch der Straßenbelag mit sogenanntem "Flüsterasphalt" erneuert, erläutert SPD-Fraktionschef Norbert Buchta. Es geht der SPD vor allem um den Lärmschutz zwischen Libellen- und Borussenstraße. Dort dringen permanent Fahrgeräusche in die Häuser zu beiden Seiten der Autobahn. Die durchsichtige Lärmschutzwand an der Ostseite der A 115 ist teilweise deutlich niedriger als zwei Meter. Buchta fordert den Einbau höherer Wände mit gebogener Krone wie in Nordrhein-Westfalen. Ein moderner Asphalt schlucke etwa drei Prozent der Geräusche, sagt der 39-jährige Kommunalpolitiker. Auf dem rund 1500 Meter langen Abschnitt gilt Tempo 80, seit gegen das Geschwindigkeitslimit von 60 Stundenkilometer erfolgreich vor dem Verwaltungsgericht geklagt wurde.

Gebaut werden soll ab 2014 knapp zwei Jahre lang. Mit der Einbeziehung der Betroffenen will die SPD nach Buchtas Worten "Stuttgart 21 vermeiden." Der Senat soll den Anwohnern die Sanierungsmaßnahmen rechtzeitig vorstellen, um sie nicht wie im Falle der Bauarbeiten auf der Avus vor vollendete Tatsachen zu stellen. "Oft wachen die Bürger erst auf, kurz bevor die Bagger rollen", sagt Buchta.

Die betroffenen Bürger von Nikolassee gehen mit dem Verkehrslärm unterschiedlich um. Ein Anwohner aus der Alemannenstraße gibt nach acht Jahren auf und zieht weg. Bei Nachbarn fortgeschrittenen Alters scheint eine gewisse Resignation vorzuherrschen: "Man gewöhnt sich daran", sagt ein älterer Herr aus der Libellenstraße.


Martinus Schmidt / mst
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