Studentendorf soll bis 2022 saniert sein

Das Studentendorf Schlachtensee war eines der fünf großen Geschenke der US-Regierung im Kalten Krieg an den Westteil der Stadt. (Foto: M. Schmidt)

Nikolassee. Vor elf Jahren wurde es vor dem Abriss bewahrt. Jetzt ist das Studentendorf Schlachtensee Denkmal des Monats geworden. Die 1959 für zehn Millionen Mark erbaute Anlage war ein Geschenk der USA.

Es war eines von fünf Geschenken, die Berlin im Kalten Krieg von den Vereinigten Staaten von Amerika erhielt. Neben dem Henry-Ford-Bau der Freien Universität, der Kongress-Halle, der Amerika-Gedenk-Bibliothek und dem Amerika-Haus stiftete die US-Regierung 1956 den Bau des Studentendorfes Schlachtensee. Nun hat der Bezirk sein gerade saniertes Haus 5 zum "Denkmal des Monats" erhoben.

Die Wohnanlage für 900 Studierende ist heute Genossenschaft. Von der Auszeichnung war Vorstandsvorsitzender Andreas Barz zunächst überrascht. "Denkmal des Monats zu sein ist eine Ehre für uns", sagt der 42-jährige Stadtplaner. Vor der Umwandlung 2002 gehörte das Dorf dem Studentenwerk. Doch dieses wollte es loswerden.

"Seit 30 Jahren sollte es immer mal wieder abgerissen werden, weil man sich vor den Instandhaltungskosten drücken wollte", erklärt Barz, der auch Wirtschaftsingenieur ist. 2002 wohnten nur noch Wenige an der Wasgentraße. Stattdessen wird seit einigen Jahren saniert. Noch gibt es unsanierte Zimmer für 210 Euro pro Monat. Bis 330 Euro hoch gehen die Preise für die verschiedenen Studentenbuden, Wohngemeinschaften oder Apartments - einschließlich Nebenkosten und W-LAN. Bis 2022 sollen alle Gebäude energetisch saniert sein. Nur immatrikulierte Studenten dürfen im Dorf wohnen, das seit 2006 auch nationales Kulturdenkmal ist. Die Auszeichnung verdanken die Schlachtenseer jetzt dem Bezirksdenkmalschützer Jörg Rüter. "Das Wohnhaus Nr. 5 zeigt exemplarisch eine höchst qualitätvolle Gestaltung aus kostengünstiger Konstruktion und geringem Materialverbrauch, die aus dem Kontrast von Sichtbeton und kräftigen Farbflächen, schlanken Stahlprofilen und holzsichtigen Handläufen zu einer räumlich erfahrbaren Komposition arrangiert sind", heißt es in seiner Erläuterung zum "Denkmal des Monats."


Martinus Schmidt / mst
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