Stolpersteine erinnern an Familie Mayer

Berlin: Haus Freudenberg |

Nikolassee. Vor dem Haus Freudenberg an der Potsdamer Chaussee 48 wurden am Donnerstag, 7. April, Stolpersteine für die Familie Mayer verlegt.

Die Stolpersteine erinnern an den aus dem Rheinland stammenden Textilkaufmann Hermann Mayer (1894-1945), der Helene Freudenberg (1895-1945) heiratete, sowie an die beiden in Auschwitz ermordeten Töchter Bertha Helene Mayer (1921-1942) und Margarete Helene Mayer (1923-1942). Hermann Mayer war einer der drei letzten Mitinhaber des Modehauses Gerson vor der „Arisierung“.

Helene und Hermann Mayer, die seit 1920 in leitender Position für das Modehaus tätig gewesen waren, flohen 1934 in die Niederlande. Beide wurden 1942 formell Staatsbürger El Salvadors und damit zu so genannten „Austauschjuden“.

In der Sprache der Nationalsozialisten waren das Gefangene jüdischen Glaubens oder Abstammung, die wegen ihrer Verbindungen zum Ausland geeignet schienen, als Gegenleistung für die Freilassung deutscher Zivilinternierter von Nutzen zu sein. Sie wurden vorerst von der Deportation ausgenommen.

Helene und Hermann Mayer wurden dann 1943 ins Durchgangslager Westerbork in den Niederlanden deportiert, 1944 ins Konzentrationslager Bergen-Belsen. Hermann Mayer starb dort 1945 an den Folgen der unmenschlichen Behandlung. Helene Freudenberg befand sich im April 1945 im letzten Deportationszug durch das noch nicht besetzte Deutschland nach Theresienstadt, im sogenannten "Verlorenen Transport". Sie wurde am 23.4.1945 von sowjetischen Soldaten befreit, starb jedoch wenig später an Paratyphus, Folge von Lagerhaft und Deportation. uma
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