"Tarte au Citron" statt Käsekuchen: Neue Wannseeterrassen eröffnet

Viel Glas und ein Schieferdach erinnern an englische Landhausarchitektur. (Foto: Martin)
Berlin: Wannseeterrassen |

Nikolassee. Strahlender Sonnenschein und blaues Wasser bildeten die perfekte Kulisse zur Neueröffnung der Wannseeterrassen. Am Freitag, 10. April, standen knapp 20 Neugierige vor dem hohen Tor, das um 12 Uhr aufgeschlossen werden sollte. Sie mussten sich dann aber noch eine Viertelstunde gedulden.

Die Wartezeit nutzten die neuen Gäste für Geschichten von damals, als die alten Wannseeterrassen zu den beliebtesten Ausflugszielen der Stadt gehörten. "Wir haben hier 1984 Silberhochzeit gefeiert, 1992 die Hochzeit unserer Tochter", erzählte ein älteres Ehepaar. Auch Rita T. schwelgte in Erinnerungen: "Wir waren mit unseren Kindern oft im Strandbad, danach gab’s Käsekuchen. Darauf freue ich mich jetzt." Gerda Wengler aus Nikolassee wollte an Weihnachten 2001 mit ihrer Familie Gans essen und stand vor Ruinen. "Einen Tag vorher waren die Wannseeterrassen abgebrannt."

Die Neueröffnung ließ länger auf sich warten als zunächst gedacht. Investor Harald Huth, der unter anderem das Einkaufszentren "Das Schloss" in Steglitz und die "Mall of Berlin" in Mitte errichtet hat, erwarb das Gelände 2011 für 400 000 Euro. Richtfest war 2013, Eröffnung sollte 2014 sein. Verzögerungen gab es wegen diverser Auflagen. Der Neubau liegt im Wasserschutzgebiet und die Aussicht durfte nicht verbaut werden. Von ursprünglich 1000 Sitzplätzen im Freien blieben 500. Innen finden 350 Gäste Platz. Im oberen Stockwerk gibt es zwei Räume für Feiern. Insgesamt zehn Millionen Euro wurden investiert.

Jetzt steht am Wasser ein Gebäude im englischen Landhausstil mit großen Glasfronten und Schiefer - statt des früheren Reetdachs. Innen vermitteln weiße Tischdecken und rote Sitzbänke edle Schlichtheit. Auf der Terrasse sorgen Palmen für Urlaubsstimmung. Dem eingedeckten Bereich angegliedert ist ein rustikaler Biergarten.

Nach dem ersten Blick in die Karte stellten die Gäste am Eröffnungstag fest: Der Kuchen fehlte, sollte erst im Laufe des Tages kommen. Sehr zum Bedauern von Rita T., die sich dann für einen Salat entschied. "Schön hier, aber die Preise sind hoch", stellte sie fest. Eine Spinatsuppe für 7,50 Euro? "Fünf Euro hätten gereicht." Gerda Wenglers Eindruck: "Die Karte ist etwas dürftig." Haus und Terrasse fanden Zustimmung. "Wir kommen wieder."

Eventmanager Jan Schleifer erklärte den fehlenden Kuchen mit Verzögerungen bei einigen Lieferungen. "Deshalb feiern wir heute ein Soft-Opening." In rund zwei Wochen soll die große Eröffnung sein. Dann sei auch der Bierstand im Freien in Betrieb. "Dort wird es Snacks wie Flammkuchen oder halbe Hähnchen geben."

Auf der Speisekarte im Internet (ohne Preisangabe) findet sich auch das Konditorei-Angebot. Ohne Käsekuchen. Dafür gibt es "Tarte au Citron" und "Bagatelles au Fraises". Geöffnet sind die Wannseeterrassen täglich ab 12 Uhr. Parkplätze gibt es keine, Autos sind am Strandbad abzustellen. Der Fußweg vom S-Bahnhof Nikolassee beträgt 20 Minuten.


Ulrike Martin / uma
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