Neue Galerie in Oberschöneweide zeigt Kunst aus dem Kiez

Arbeiter der Berliner Metallhütten und Halbzeugwerke in den 80-Jahren bei einer Pause. (Foto: Georg Krause)
Berlin: Galerie Schöne Weide |

Im Kiez an der Wilhelminenhofstraße gibt es jetzt eine neue Adresse für Kunst. Die Galerie Schöne Weide will ortsansässigen Künstlern eine Möglichkeit bieten, ihre Arbeiten zu zeigen.

Möglich gemacht hat das Michael Fritsch (54), ein Neurochirurg. Fritsch arbeitet an einer Klinik in Neubrandenburg, wohnt aber hier im Kiez nur wenige Schritte vom Kaisersteg entfernt. „Ich lebte bereits während meines Studiums an der Humboldt-Uni in Schöneweide. Nachbarn haben damals im Kabelwerk Oberspree gearbeitet und oft von der Arbeit erzählt. Ich habe miterlebt, wie nach 1990 Tausende Arbeitsplätze verloren gegangen sind“, erinnert sich Michael Fritsch.

Der Arzt hat seit seiner Jugend ein Faible für Fotografie. Er entwickelte früher sogar seine Bilder selbst in einer kleinen Dunkelkammer. Seit ein paar Jahren gibt es in Schöneweide immer mehr Kunstprojekte. Darunter mehrere Atelierhäuser, Galerien und das Festival „Kunst am Spreeknie“. „Bei einem Kunstprojekt habe ich den Fotografen Georg Krause kennengelernt. Der war von meiner Idee, eine eigene Galerie einzurichten, sofort begeistert. Und da ich seine Industriefotografien schon zu DDR-Zeiten in einer Fotozeitschrift gesehen hatte, wollte ich meine Galerie unbedingt mit seinen Aufnahmen eröffnen“, erklärt Michael Fritsch.

Mehrere Monate lang hat er nach geeigneten freien Räumen gesucht und ist dann quasi in der ersten Reihe direkt an der Wilhelminenhofstraße fündig geworden. Zum Start Mitte Januar stand bereits das komplette Ausstellungsprogramm für dieses Jahr fest. Geplant sind fünf weitere Ausstellungen, darunter vier Maler und ein weiterer Fotograf. Der Name „Galerie Schöne Weide“ soll allerdings Programm sein. „Wir zeigen fast ausschließlich Künstler, die hier leben oder arbeiten“, verspricht Michael Fritsch.

Vielleicht zeigt der Mediziner mit einem Herz für Kunst auch später einmal seine eigenen Bilder. Derzeit sind sie gemeinsam mit Fotos von Georg Krause erst einmal auf der Internetseite der Galerie zu sehen.

„Arbeits Alltage“ von Georg Krause ist noch bis zum 3. März zu sehen, geöffnet ist in der Wilhelminenhofstraße 48a Donnerstag bis Sonnabend von 12 bis 18 Uhr. Die Fotos entstanden im Rahmen einer Diplomarbeit 1982 bis 1985 in den damaligen Berliner Metallhütten und Halbzeugwerken.

Weitere Informationen gibt es unter www.galerie-schöne-weide.de.
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