Interessen von Senat, Bezirk und Investoren zusammenbringen

Auf dem heute von der Hochschule für Technik und Wirtschaft genutzten Gebäude erinnert ein Schriftzug an das frühere Kabelwerk Oberspree. (Foto: Ralf Drescher)

Oberschöneweide. Das Areal um die Wilhelminenhofstraße war die Wiege der deutschen Elektroindustrie, Tausende arbeiteten in der Kabel- und Trafoproduktion. Die verschwand nach der Wende. Das Regionalmanagement Berlin Schöneweide soll für Entwicklung sorgen.

Wobei Schöneweide eigentlich in dem Fall nicht ganz korrekt ist, denn Regionalmanager Thomas Niemeyer ist ausschließlich für den Ortsteil Oberschöneweide zuständig. "Und zwar in groben Zügen für das Gebiet der früheren AEG-Fabriken und das Funkhausgelände an der Nalepastraße", sagt er.Das Regionalmanagement ist vor allem dem Einsatz örtlicher Initiativen zu verdanken, vor allem die Bürgerplattform Organizing Schöneweide hatte sich für Fördermittel eingesetzt und dann sogar noch als Kofinanzierung 150 000 Euro von örtlichen Unternehmen eingeworben. Seine Hauptaufgabe sieht Niemeyer als Moderator. "Ich muss die Interessen der Grundstückseigentümer, des Bezirks, mehrerer Senatsverwaltungen und potenzieller Investoren unter einen Hut bringen. Was oft nicht einfach ist, denn viele verfügbare Flächen befinden sich in denkmalgeschützten Industriegebäuden, die oft nur schwer zu sanieren sind", sagt er.

Er sieht im Standort deutliche Potenziale. "Das sind die Hochschule für Technik und Wirtschaft mit ihren rund 8000 Studenten, die Einbindung in den Wirtschaftsraum Südost mit dem nahen Wissenschaftsstandort Adlershof und die Nähe zum Flughafen", meint Thomas Niemeyer.

Das graue Image aus DDR-Zeiten wird der Stadtteil aber nicht so leicht los, selbst im Wikipediaeintrag findet sich der Begriff "Oberschweineöde". "Wir haben mehrmals versucht, das zu ändern, das hat man aber immer wieder rückgängig gemacht", ärgert sich der Regionalmanager.

Wenn er interessierten Unternehmern den Standort zeigen möchte, geht er mit ihnen auf den Balkon des Treppenhauses im Gründerzentrum an der Ostendstraße, in dem sich auch sein Büro befindet. Von dort hat man eine gute Sicht auf die Bauten, in denen die AEG einst für die ganze Welt Elektronen- und Bildröhren, Starkstromkabel und Transformatoren produzierte.

Die Spree grenzt "sein" Gebiet von Niederschöneweide am anderen Ufer ab. "Der Bau der vom Bezirk geplante Wilhelminenhofbrücke wurden Ende 2012 vom Senat leider abgelehnt. Damit finden wir uns nicht ab, die Brücke würde beide Teile von Schöneweide verbinden und den Weg zum Flughafen verkürzen. Wir lassen ein neues Verkehrsgutachten erstellen und sammeln weitere Argumente, damit bis zum Jahresende ein neuer Antrag gestellt werden kann", sagt Thomas Niemeyer. Das Regionalmanagement, für das die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen und die Kofinanzierer 750 000 Euro zur Verfügung gestellt haben, läuft bis August 2014.

Wissenswertes und Kontakt zum Regionalmanagement unter www.schoeneweide.com.

Ralf Drescher / RD
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