Neuer Betreiber will umweltfreundliche Fähren

Oberschöneweide. Ab 2014 wird, was die BVG-Fährlinien betrifft, nur noch umweltfreundlich über Spree und Dahme geschippert. Dann übernimmt die Weiße Flotte GmbH aus Stralsund diese Linien.

Sie setzt neue Schiffe ein. Das Unternehmen, das unter anderem Fähren von Rügen nach Hiddensee und von Stralsund nach Hiddensee betreibt, hat eine Ausschreibung von BVG und Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt gewonnen und übernimmt den Betrieb für mindestens 16 Jahre. Für die Linien F 11 (Wilhelmstraße- Baumschulenstraße), F 12 (Wendenschloß-Wassersportallee), F 21 Krampenburg-Schmöckwitz) und F 23 (Müggelwerderweg-Rahnsdorf Kruggasse) werden neue Schiffe gebaut. Die Fährboote bieten jeweils 35 Personen Platz, haben 28 Sitzplätze und müssen zwei Rollstühle und bis zu zehn Fahrräder befördern können. Der Fahrgastraum der beiden Ganzjahresfähren ist beheizbar. Angetrieben werden die neuen Schiffe von einem Elektromotor, der Strom kommt von Solarzellen auf dem Dach. Bei ausreichender Sonneneinstrahlung soll die Energie für die Überfahrt über Spree und Dahme reichen. Sonst sorgt ein Dieselmotor mit Rußfilter für zusätzlichen Strom, außerdem können die Akkumulatoren in der Betriebspause über einen Landanschluss aufgeladen werden. "Der Einsatz von Elektrofähren in diesem Umfang ist einmalig in Deutschland", teilt die BVG in einer Pressemeldung mit. Sie ist offizieller Betreiber der Fähren. Bisher hatte die Stern und Kreis Schiffahrt in deren Auftrag den Betrieb übernommen.

Bei der Weißen Flotte in Stralsund muss man sich jetzt auf den Berliner Fährbetrieb einstellen. "Die neuen Schiffe sind bereits in Planung und wir suchen die passende Werft für den Bau", verrät Marcus Klein, der für das Marketing zuständig ist.

Nicht geklärt ist die Zukunft der Rahnsdorfer Ruderfähre F 24, die als Touristenattraktion gilt. Eigentlich plant man beim Senat, die 40 Meter lange Strecke über die Müggelspree in die Linie F 23 einzubinden. Eine Entscheidung dazu steht noch aus und die Rahnsdorfer planen bereits Unterschriftensammlungen für den Erhalt der über 100 Jahre alten motorlosen Spreequerung.


Ralf Drescher / RD
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