Studenten montierten ungewöhnliches Bauwerk

Das Plusenergie-Haus im Holzkohle-Design. (Foto: Ralf Drescher)

Oberschöneweide. Gleich neben der Rathenau-Villa steht ein unscheinbares schwarzes Gebäude. Es erinnert eher an eine Hütte. Tatsächlich handelt es sich aber um ein Plusenergie-Haus.

Das ist ein Bauwerk, das mehr Energie erzeugt, als im Innern verbraucht wird. Gebaut haben es Studenten vom Studiengang Regenerative Energien der Hochschule für Technik und Wirtschaft."Das Plusenergiehaus stand bereits 2009 auf unserem Campus hier in Oberschöneweide, wurde dann demontiert und für einen Wettbewerb auf sechs Lkw in Einzelteilen nach Madrid gebracht. Dort haben wir 2010 den 10. Platz belegt, dazu noch einen ersten Preis für die beste Solartechnik eingefahren", sagt Volker Quaschning, der zuständige Professor.

Für das 74 Quadratmeter große Haus wurden nachhaltige Materialien wie Holz und Lehm verwendet. Beim Holz wurde auf Farbe verzichtet, durch Abflammen mit einem Gasbrenner entstand eine Schutzschicht aus Holzkohle. "Eine Fünf-Kilowatt-Solaranlage auf dem Dach und weitere Solarkollektoren in den Rollläden liefern den nötigen Strom, und eine thermische Solaranlage sorgt für Heizung und Warmwasser", erklärt Professor Quaschning. Strom wird im Innern sparsam eingesetzt. So werden grundsätzlich nur LED-Leuchten verwendet. Das ganze Projekt hat mit Transport nach Madrid und zurück eine Million Euro gekostet.

Am Wiederaufbau waren 100 Studenten beteiligt, die abwechselnd auf der Baustelle gearbeitet haben. Das Grundstück für das Plusenergie-Haus stellte die Berliner Elektro-Innung zur Verfügung. Genutzt werden soll das ungewöhnliche Gebäude von Innung und Hochschule für die Lehrlingsausbildung, zur Forschung und für Seminare.


Ralf Drescher / RD
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