Detlef Hegert brachte Pokal mit nach Hause

Detlef Hegert mit seinem Europameister-Pokal. (Foto: Ralf Drescher)

Oberschöneweide. Eine ganz normale Wohnung nahe der Wilhelminenhofstraße. Auffällig sind nur die vielen Pokale und Medaillen in mehreren Vitrinen. Hier wohnt Europameister Detlef Hegert (49).

Der gelernte Maurer, der seit fast 30 Jahren in diesem Job seine Brötchen verdient, ist seit Ende August Europameister in der Pirat-Klasse. Auf dem Lipnostausee in Böhmen segelte er mit Vorschotmann Oliver Bajon auf das Siegertreppchen. "Wir hatten in vier Tagen zehn Wettfahrten zu bestreiten und lagen am Ende mit 18 Punkten Vorsprung vor dem Zweitplatzierten deutlich vorn", freut sich Detlef Hegert.Hegert ist ein erfolgreicher Wassersportler. Bereits 1988 und 1990 brachte er es zum DDR-Meister, 1995 und 2007 kehrte er als Deutscher Vizemeister von Wettkämpfen zurück. Und 2007, die bisherige Krönung, stand er als Deutscher Meister auf dem Siegertreppchen. Tochter Luisa (22) segelt ebenfalls auf einem Pirat-Boot.

Detlef Hegert betreibt die Segelei bereits seit 1976. Als Jugendlicher stieg er bei Dynamo Süd in Friedrichshagen zum ersten Mal in ein Cadet-Boot, seit 1981 ist er der Pirat-Klasse treu.

Die fünf Meter lange Jolle mit zehn Quadratmetern Segelfläche und dem roten Piratenbeil als Klasseabzeichen auf dem Segel wurde 1938 entwickelt. Sie wurde als Jugendboot speziell für Binnengewässer konstruiert, kann aber auch in küstennahen Bereichen der Ostsee gefahren werden. Bisher wurden in Deutschland rund 6000-Pirat-Boote gebaut.

Der Pirat gehört noch zu den Booten, die mit einem mit einer Anhängerkupplung aufgerüsteten Pkw und Trailer transportiert werden können. Für die rund 500 Kilometer zum böhmischen Segelparadies hatte Detlef Hegert rund acht Stunden gebraucht.

Da Pirat-Segeln keine olympische Disziplin ist, hält sich die Unterstützung für den Sport in Grenzen. Weil Hegert in einem Verein am Rangsdorfer See vor den Toren Berlins seine sportliche Heimat hat, nimmt im Bezirk von dem erfolgreichen Segler keiner offiziell Kenntnis. Dabei kostet ein moderner Pirat nebst Trailer und Zubehör gut 20 000 Euro. "Das zahle ich aus eigener Tasche, Sponsoren sind in unserer Sportart Mangelware", erzählt Detlef Hegert. Allerdings hofft er, für einen neuen Mast finanzielle Unterstützung durch Unternehmen zu bekommen.

Zur letzten Fahrt der Saison will Detlef Hegert im Dezember auf dem Templiner See bei Potsdam starten. Dann steht die traditionelle Nikolaus-Regatta an. Und 2015 möchte er bei der nächsten EM in Österreich seinen Titel verteidigen.

Wissenswertes zum Sportler und viele Fotos gibt es unter www.piraten-hegi.jimdo.com

Ralf Drescher / RD
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