Verordnete fordern langfristige Sicherung der Willner-Brauerei als Kulturstandort

Der Kulturstandort WBB soll ab dem kommenden Jahr saniert und weiterentwickelt werden. (Foto: Bernd Wähner)
Berlin: Willner-Brauerei-Berlin |

Pankow. Die Pankower Verordneten möchten die Kunst- und Kulturangebote in der früheren Willner-Brauerei (WBB) langfristig gesichert wissen.

Im Sommer wurde bekannt: Das denkmalgeschützte Gebäudeensemble in der Berliner Straße 80-82 wurde von der Nicolas Berggruen Holding GmbH an die Jenn Grundbesitz GmbH & Co. KG verkauft. Deren Geschäftsführer Shaul Shani plant mit seinem Unternehmen, dieses Denkmalensemble zu sanieren und den Standort weiterzuentwickeln. Anfang 2018 beginnen umfangreiche Instandsetzungen und Modernisierungen auf dem Gelände. Grundlage ist die bereits vorliegende Baugenehmigung, die in enger Abstimmung mit dem Bezirksamt und der Denkmalpflege Pankow erteilt wurde.

Auf dem Gelände mit Zollhaus, Kesselhaus, Remisen und Freiflächen sollen Büros, Ateliers und Handelsflächen entstehen. Das an der Berliner Straße gelegene alte Zollhaus soll auch nach der Sanierung als Restaurant mit Biergarten genutzt werden. Ziel des Investors ist es, mit Alt- und Neumietern auf dem Gelände ein Miteinander zu organisieren. Um ein Zeichen in dieser Richtung zu setzen, wurde mit dem bisherigen Nutzer, der WBB, vereinbart, dass das Zollhaus, der Biergarten und der Klub der Republik sowie die Ateliers im Zollhaus während der Bauphase zunächst weiterhin geöffnet bleiben.

Damit die bisherigen Angebote aber langfristig gesichert werden, beschloss die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) mit den Stimmen von SPD, Linken und Grünen, dass sich das Bezirksamt entsprechend engagieren soll. „Die WBB hat sich zu einem beliebten Kunst- und Kulturstandort entwickelt“, erklärt SPD-Frakionschef Roland Schröder. „Hier hat sich ein breites Angebot aus künstlerischen Aktivitäten, klassischem und kreativem Handwerk sowie der Gastronomie, der Atelier- und der Club-Szene etabliert. Kleine Firmen und Unternehmen runden die Vielfalt des Standortes ab. Nun gibt es einen neuen Eigentümer, und die Zukunft des Standorts steht infrage.“

Deshalb fordern die Verordneten das Bezirksamt auf, Gespräche und Verhandlungen mit dem Ziel zu führen, möglichst viele der Angebote zu erhalten. Außerdem solle eine bauliche Verdichtung verhindert werden. Dagegen spreche der Denkmalschutz, so Schröder.

„Der Standort hat sich in den vergangenen fünf Jahren positiv entwickelt und ist zentraler Anlaufpunkt für Kunst, Kultur und Gastronomie in Pankow Süd“, so der Fraktionsvorsitzende weiter. „Die bunte Mischung der kleinen Betriebe und die kulturellen Angebote sind zusammengewachsen und haben einen besonderen Ort der Identifikation herausgebildet, dessen Entwicklung gefördert und nicht gestoppt werden soll.“ BW
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