Vorhaben mit vielen Hürden: Albert-Schweitzer-Stiftung will das Stadtambulatorium umbauen

Das ehemalige Stadtambulatorium an der Ecke Berliner und Maximilianstraße. Es steht seit längerer Zeit leer. (Foto: Bernd Wähner)

Seit Jahren steht das ehemalige Stadtambulatorium an der Berliner Straße 42/43 leer. Wann tut sich dort endlich etwas?

Mit dieser Frage wenden sich immer wieder Leser an die Redaktion der Berliner Woche. Doch leider braucht es noch etwas Geduld, ehe sich an diesem Gebäude tatsächlich etwas tut. Die Immobilie wurde lange Zeit von der Berliner Immobilienmanagement (BIM) verwaltet, weil es sich um ein landeseigenes Gebäude handelt. Anfang 2016 erwarb es die im Bezirk beheimatete „Albert Schweitzer Stiftung - Wohnen und Betreuen“ (ASS). Diese plant, neben der Einrichtung einer Wohnstätte für Menschen mit geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen auch ambulante Angebote im Haus.

Damit diese Planungen umgesetzt werden können, stellte die Stiftung vor zwei Jahren eine Bauvoranfrage beim Stadtentwicklungsamt. Man wollte im Vorfeld konkreter Planungen geklärt wissen, ob bestimmte bauliche Veränderungen auf dem Grundstück möglich sind. Von der Beantwortung dieser Fragen hänge die künftige Nutzung und die weitere Planung ab, so ASS-Geschäftsführer Jörg Schwarzer seinerzeit.

Auf Anfrage der Berliner Woche berichtet Schwarzer nun, dass die Bauvoranfrage für das Grundstück Berliner Straße 42 negativ beschieden wurde. „Damit ist eine Änderung der Planung erforderlich, zu der interne Abstimmungen laufen.“ Zunächst einmal soll das nicht mehr erhaltenswerte Gebäude an der Berliner Straße 43 aus Sicherheitsgründen abgerissen werden. Doch auch das geht nicht so rasch. Denn es sind Baumfällungen erforderlich, die genehmigt werden müssen. Wegen Engpässen in der Verwaltung verstrich allerdings das Zeitfenster, in dem die Fällungen möglich gewesen wären.

Erschwerend komme bei diesem Vorhaben die derzeit hohe Auslastung in den Planungsbüros und im Baugewerbe der Region hinzu. Die Stiftung selbst sei derzeit außerdem mit einem Neubau an der Klothildestraße so beschäftigt, dass auch ihre Ressourcen weitgehend gebunden seien, so der ASS-Geschäftsführer. In der Klothildestraße 11c, nahe dem Schlosspark, lässt die ASS ein fünfstöckiges Haus bauen. Es wird 32 Menschen, die zurzeit noch am Stiftungsstandort in Blankenburg wohnen, ein neues komfortables Zuhause bieten. In das Dachgeschoss zieht außerdem eine Wohngemeinschaft ein. Ende 2018 soll dieses Gebäude bezugsfertig sein.

Danach könnte sich die Stiftung auf das ehemalige Stadtambulatorium fokussieren. Und dann gibt es hoffentlich auch die Fällgenehmigungen, damit zumindest der Anbau abgerissen werden kann. „Für das Projekt an der Berliner Straße bedarf es also noch etwas Geduld“, fasst Jörg Schwarzer zusammen.
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