Zu massiv, zu groß? Bürgerinitiative ist gegen das Bauvorhaben an der Florastraße

Blick auf die eingezäunte Fläche an der Florastraße. Hier will die Wohnungsbaugesellschaft Gesobau Wohnungen errichten. (Foto: Bernd Wähner)

Pankow. Ein weiteres großes Wohnungsbauprojekt im Ortsteil Pankow möchte die Wohnungsbaugesellschaft Gesobau im hinteren Bereich der Florastraße 33 in Angriff nehmen.

Bereits vor einem Jahr wurden auf dieser Fläche alte Gebäude abgerissen. Diese waren früher gewerblich genutzt worden. Über 100 Wohnungen möchte die Gesobau dort errichten und damit einen Beitrag im Rahmen der Kooperationsvereinbarung „Leistbare Mieten, Wohnungsneubau und soziale Wohnraumversorgung“ leisten. Diese Vereinbarung schloss der Senat mit allen städtischen Wohnungsbaugesellschaften ab.

Nachdem die Pläne Anfang 2016 bekannt geworden waren, formierte sich Widerstand in der Nachbarschaft. Vor allem in den Häusern entlang von Florapromenade und Mühlenstraße wollen die Mieter und Wohnungseigentümer eine Verdichtung im Blockinnenbereich nicht hinnehmen. „Wir haben uns zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen“, sagt Christel Zuch. Sie ist seit 1964 Mieterin in einem der Häuser, das einem privaten Eigentümer gehört. „Das neue Wohnungen gebaut werden müssen, ist uns klar. Dagegen haben wir auch nichts“, sagt Christel Zuch. „Wir sind nur entsetzt, dass in unserem Blockinnenbereich ein so massiver Neubau entstehen soll.“

Von einer lockeren und luftigen Bebauung, die eigentlich für Pankow typisch ist, könne man bei den bisher präsentieren Planungen nicht mehr reden, so die Mieterin. „Wir dachten zunächst, dass Gartenhäuser oder Punkthäuser entstehen. Aber nun soll hier alles total verdichtet werden“, meint Christel Zuch. Das Bezirksamt habe ihnen mitgeteilt, dass ein sechsgeschossiges, 100 Meter langes und bis zu 19 Meter hohes Gebäude entstehen werde.

Auch wie die Erschließung des Neubaus funktionieren werde, sei den Mitgliedern der Bürgerinitiative nicht ganz klar, sagt Christel Zuch. Ihren Standpunkt haben sie im vergangenen Jahr bereits auf Sitzungen des Stadtentwicklungsausschusses kundgetan. „Wir bleiben jedenfalls dran: Wir fordern eine Reduzierung des Bauprojektes auf ein verträgliches Maß.“

Aber wie steht es aktuell um dieses Bauvorhaben? Das interessiert neben Christel Zuch auch weitere Leser, die bei der Berliner Woche nachfragten. „Bei diesem Bauprojekt steht zurzeit die Erteilung der Baugenehmigung noch aus“, erklärt Gesobau-Pressesprecherin Birte Jessen auf Anfrage. „Wie bei jedem Neubauvorhaben informieren wir die Anwohner zeitnah in Form von Anwohnerveranstaltungen beziehungsweise Informationsschreiben, sobald eine belastbare Planung vorliegt.“ BW
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Daniela Busse aus Pankow | 03.06.2017 | 14:14  
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