„Köpfchen statt Kohle“: Junge Energieberater ausgebildet

Projektkoordinator Ralf Hutter und stratum-Geschäftsführer Richard Häusler mit einer neu aufgelegten Broschüre für junge Energiemanager. (Foto: Bernd Wähner)

Pankow. Das Energieeinsparprojekt „Köpfchen statt Kohle“ bildet in diesem Schuljahr zum ersten Mal Junior-Energieberater mit professionellem Know-how aus.

„Dabei handelt es sich um Schüler aus den Klassenstufen sieben bis zwölf“, sagt Richard Häusler, der Geschäftsführer der stratum GmbH. Diese wurde vom Bezirksamt vor fünfeinhalb Jahren mit der Durchführung des Projektes „Köpfchen statt Kohle“ beauftragt. Eine der Schulen, die sich besonders engagiert an diesem Projekt beteiligen, ist das Robert-Havemann-Gymnasium.

An der Karower Oberschule beschäftigten sich Schüler bereits intensiv mit den Grundlagen der Energieerzeugung und studierten das Heizungssystem in ihrem Schulhaus in der Achillesstraße 79. Sie deckten Energieverschwendung durch defekte Heizungsventile, überflüssige Heizzeiten und undichte Fenster auf. Außerdem beschäftigten sie sich mit dem Zusammenhang von Kohlendioxydkonzentration in Unterrichtsräumen und der geistigen Leistungsfähigkeit der Schüler.

„Doch nun wollen sie mehr“, meint Richard Häusler. Sie wollen richtige Junior-Energieberater werden. „Seit Anfang des Schuljahres arbeiten sie das Schulungsmaterial durch, das auch professionelle Energieberater nutzen. Am Ende der Ausbildung steht dann eine Prüfung. Wenn die bestanden wurde, gibt es ein offizielles Zertifikat.“ Mit diesem sind die Schüler dann berechtigt, Energieberatungen für Einrichtungen, Institutionen und auch in privaten Haushalten zu übernehmen.

„Sie könnten unter anderem die Beratung in Haushalten von sozial schwachen Familien durchführen, die sich sonst vielleicht nicht zum Thema Energieeinsparung beraten lassen würden“, sagt Häusler. Möglich wäre auch, dass sich die Junior-Energieberater zu einer Schülerfirma zusammenschließen, ausgestattet mit professionellen Messkoffern.

„Als wir die Idee dazu hatten, wussten wir gar nicht, ob wir damit bei den Schülern auf Resonanz stoßen“, gesteht Häusler. „Aber wir sind total überrascht. Die bisher 14 Teilnehmer legen sich richtig ins Zeug. Kurz vor Ostern wird die Prüfung sein.“

Das Robert-Havemann-Gymnasium ist derzeit die einzige Oberschule, die sich bisher am Projekt „Köpfchen statt Kohle“ beteiligt. „Das bedauern wir natürlich. Wir würden gern mit weiteren Oberschulen zusammenarbeiten“, so Richard Häusler.

Dafür sind die Grundschulen umso aktiver. Immerhin 15 machen derzeit bei „Köpfchen statt Kohle“ mit. In diesem Schuljahr neu hinzugekommen ist die Georg-Zacharias-Schule. „In dieser Schule werden wir erstmals richtig in den Naturwissenschaftsunterricht einbezogen“, so Häusler. „Das ist für uns Neuland.“ Neu im Boot ist auch die Mendel-Grundschule. „In dieser findet gerade die Projekteinführungsphase statt“, sagt der stratum-Geschäftsführer. An den anderen 15 Grundschulen läuft indes die Zusammenarbeit mit ausgebildeten Energiemanagern sowie die Ausbildung neuer Energiemanager weiter.

Wie „Köpfchen statt Kohle“ bei den Schülern ankommt, lässt sich immer wieder an neu entstehenden Projekten erkennen. An der Grundschule unter dem Bäumen in Blankenburg begannen die jungen Energiemanager jetzt zum Beispiel mit dem Bau einer mobilen Solaranlage. Mit ihr soll noch in diesem Schuljahr der Strom für die erste Pausenhofdisco an der Schule produziert werden. BW

Weitere Informationen zum Energieeinsparprojekt für Pankower Schulen gibt es auf koepfchenstattkohle.org.
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