Lustig, aber ernst: Theaterstück klärt Kinder über Gewalt auf

Claas Würfel und Angelina Geisler spielen als Krümel und Wurzel die „Geheimsache Igel“. (Foto: Bernd Wähner)
 
Der blaue Mann mit der Hakennase rückt Krümel viel zu dicht auf die Pelle. Das erkennen die Kinder im Stück „Geheimsache Igel“ sofort. (Foto: Bernd Wähner)

Prenzlauer Berg. Anfangs kommt es als Gute-Laune-Stück für Kinder daher, doch der erste Eindruck täuscht. Beim Stück „Geheimsache Igel“ geht es um ein sehr ernstes Thema, um Gewalt.

In den nächsten Monaten führen Claas Würfel und Angelina Geisler das Stück in Kitas und Grundschulen im Bezirk auf. Nach einer kurzen Begrüßung schlüpften sie in die Rollen von Krümel und ihrem Kumpel Wurzel. Krümel lebt unbeschwert in den Tag hinein. Ihre Lieblingsfarbe ist gelb. Alles was sie benutzt, hat diese Farbe. Sie hat einen allerbesten Freund: den Igel. Mit dem hat sie unheimlich viel Spaß. Damit auch Kinder, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind, dem Stück folgen können, kommt es mit wenigen verständlichen Worten aus. Stattdessen spricht Krümel die Fantasiesprache „Ugulu“.

Alles könnte so schön sein. Aber eines Tages finden merkwürdige Veränderungen statt. Nach und nach werden die Dinge um Krümel blau. Dann taucht auch noch eine blaue Puppe auf. Die fordert von Krümel, den Igel links liegen zu lassen und künftig nur noch mit ihr zu spielen. Ganz unheimlich wird es, als ein blau gekleideter Mann kommt. Der rückt Krümel auf die Pelle. Er schlägt ihr vor, sich endgültig von allem Gelben zu trennen. Als dann noch die gelbe Kiste blau wird und Krümel auffordert, dass sie in sie hineinsteigen soll, weiß das Mädchen nicht mehr weiter. Ihr Freund Wurzel zeigt ihr, wie sie sich wehren, Abstand halten und Nein sagen kann.

Entwickelt wurde das Stück bereits zur Jahrtausendwende. Seinerzeit erhitzte der belgische Kinderschänder-Skandal europaweit die Gemüter. In dieser Zeit erhielt der Schauspieler Olaf Krätke von einem engagierten Rotary Club den Auftrag, ein Gewaltpräventionsstück zu entwickeln. „Einige Zeit spielte er es selbst“, sagt Claas Würfel. „Aber es gab eine ungeheure Nachfrage aus dem gesamten Bundesgebiet. Deshalb initiierte er die Gründung regionaler Ensembles.“

Der Prenzlauer Berger Schauspieler lernte Olaf Krätke bei einem Workshop kennen. Er vertraute ihm das Stück an. Nun führt er es an Grundschulen und Kitas von Berlin bis hoch zur Ostseeküste auf. Mit Angelina Geisler hat er eine Bühnenpartnerin gefunden, die die Befindlichkeiten von Krümel wunderbar den jungen Zuschauern vermitteln kann.

Das Selbstbewusstsein von Kindern stärken

„Mit dem Stück wollen wir das Selbstbewusstsein der Kinder stärken“, sagt Würfel. Sie erfahren kindgerecht, welchen Wert Freunde haben. Sie spüren, wie man sich fühlen kann, wenn man verbal verletzt wird. Vor allem lernen sie aber auch, wie man sich aufdringlichen Fremden gegenüber verhalten muss. Nach dem Stück lassen die beiden Schauspieler ihre Zuschauer nicht mit dem allein, was ihnen durch den Kopf geht. Sie unterhalten sich noch einige Zeit mit ihnen. Und die Erfahrung zeigt, dass das Stück wirkt nachhaltig.

Dass die Inszenierung nun mehrfach im Bezirk gezeigt werden kann, ist einer Spende der Buchwald-Stiftung zu verdanken. Diese engagiert sich weltweit für Kinderprojekte. Nachdem die stellvertretende Vorstandsvorsitzende Petra Becker eine Aufführung mit Claas Würfel gesehen hatte, entschied sie, dieses Projekt zu unterstützen. So können die beiden Schauspieler das Stück in den nächsten Monaten einige Male in Pankow aufführen. Natürlich sind auch weitere Spenden willkommen. Geeignet ist das Stück für Kinder zwischen fünf bis neun Jahren. BW

Weitere Informationen gibt es bei Claas Würfel unter  99 25 39 51 sowie auf geheimsacheigel.de.
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