Pankower Bibliotheken passen sich mit digitaler Technik neuen Lesegewohnheiten an

Lia Maczey und Danilo Vetter mit einem der iPad-Koffer. Diese werden bei der Leseförderung und in der Projektarbeit von Gruppen eingesetzt. (Foto: Bernd Wähner)
 
Die Bibliotheksbesucherinnen Polly und Mia schauen sich Bücher an, die sowohl analog, als auch digital funktionieren. Bibliotheksmitarbeiterin Lia Maczey zeigt ihnen, wie es geht. (Foto: Bernd Wähner)

Pankow. Auf digitale Neuerungen in den Bibliotheken des Bezirks können sich die Nutzer freuen. Unter anderem werden ab diesem Monat eBook-Reader verliehen, und in der Leseförderung arbeiten die Mitarbeiter jetzt mit iPad-Koffern.

„Ermöglichen können wir das, weil wir vom Senat SIWA-Mittel bekamen“, freut sich Danilo Vetter, der Fachbereichsleiter der Stadtbibliothek Pankow. SIWA ist die Abkürzung für „Sondervermögen Infrastruktur der wachsenden Stadt“. Mit diesen Fördermitteln will der Senat den Bezirken die Möglichkeit geben, Veränderungen auf den Weg zu bringen. In den öffentlichen Bibliotheken sind solche Veränderungen dringend nötig. Die Gewohnheiten in der Mediennutzung verändern sich stetig. Berliner Bibliotheken wollen nun in den Ausbau digitaler Angebote investieren.

Eine erste Neuerung, über die sich die Nutzer der acht öffentlichen Bibliotheken Pankows freuen: „In allen gibt es jetzt WLAN“, so Danilo Vetter. „Im Februar/März geht es dann mit dem Ausbau des Breitbandangebots weiter. Dann kann noch schneller an den Arbeitsplätzen im Internet gesurft werden.“

Weiterhin konnte mit den SIWA-Mitteln für jede Bibliothek ein iPad-Koffer angeschafft werden. „In ihm befinden sich jeweils 16 Geräte und ein separater PC, über den die anderen Geräte gesteuert und bestimmte Funktionen freigeschaltet werden können“, so Lia Maczey. Die Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste befasste sich in den vergangenen Monaten mit dem Aufbau von digitalen Angeboten in der Bibliothek.

Genutzt werden können die iPad-Koffer von Kita-Gruppen und Schulklassen, aber auch von Erwachsenen. Auf den iPads kann zum Beispiel die Internetrecherche trainiert werden. Außerdem können spezielle Apps installiert werden, beispielsweise zur Systematik in einer Bibliothek oder ein Spiel zur Bibliotheksnutzung. Der Fachbereich Stadtbibliothek schaffte außerdem 80 eBook-Reader an, die auf alle Häuser verteilt wurden. Diese können ab sofort bis zu einem Monat ausgeliehen werden.

„Neu sind in allen Pankower Bibliotheken auch Bücher, die sowohl analog angeschaut und gelesen, als auch digital zu nutzen sind“, so Danilo Vetter. Diese Bücher sind so gestaltet, dass man mit Hilfe von Smartphone oder Tablet weiterführende Text, Hörbeispiele, Bilder oder kleine Spiele angeboten bekommt. Etwa 60 derartige Bücher gebe es inzwischen in jeder Pankower Bibliothek, so Lia Maczey.

Neben den digitalen Neuerungen gibt es in den Pankower Bibliotheken aber auch noch eine analoge: das neue Empfehlungssystem LesBar. „Die Idee stammt aus Osnabrück“, so Lia Maczey. In den Bibliotheken des Bezirks sind ab sofort eigens gestaltete Postkarten mit einer Aussparung ausgelegt, die einem Lesezeichen ähneln. Diese können sich Nutzer greifen. Haben sie ein Buch gelesen, schreiben sie auf den LesBar-Reiter ihre Bewertung des Buches. Dann stecken sie ihn in das Buch und geben so Bibliotheksbesuchern eine Empfehlung für die nächste Lektüre. „Dieses analoge Empfehlungssystem kommt in den Kinderbibliotheken bereits sehr gut an“, sagt Lia Maczey. „Wir hoffen, dass auch noch mehr Erwachsene mitmachen. Denn auch wir Mitarbeiter erhalten dadurch eine Rückmeldung, wie zum Beispiel neu angeschaffte Bücher ankommen.“ BW

Weitere Informationen zu den Pankower Bibliotheken gibt es auf www.berlin.de/stadtbibliothek-pankow.
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