Das Pankower Frauengefängnis ist wieder belegt

Dieses Gebäude an der Arkonastraße wird wieder als Frauengefängnis genutzt. (Foto: Bernd Wähner)

Pankow. Wegen Personalmangels im Justizvollzug war das Frauengefängnis Pankow in der Arkonastraße 56 im Sommer 2015 geschlossen worden. Vor wenigen Tagen nahm die Anstalt wieder ihren Betrieb auf.

Die seinerzeit 51 Insassen und die Justizvollzugsbeamtinnen waren nach der Schließung auf die drei anderen Frauengefängnisse der Stadt verteilt worden. Das Gefängnis musste schließen, weil zu wenig Personal in den Haftanstalten des Landes zur Verfügung stand. Deshalb war es notwendig, neue Mitarbeiter auszubilden. Doch das brauchte Zeit. Zwei Jahre dauert die Ausbildung.

Nun steht wieder so viel Personal für die Haftanstalten zur Verfügung, dass auch das Pankower Frauengefängnis wieder in Betrieb genommen werden konnte. Zunächst 23 Vollzugsbedienstete sind dort eingesetzt. Bis Ende des Jahres soll weiter aufgestockt werden. Dann könnten bis zu 60 Frauen ihre Strafe dort absitzen. Derzeit sind es etwas mehr als 20.

Die Senatsjustizverwaltung nutzte die Zeit der Schließung für die Sanierung des Gebäudes. Eine Million Euro wurden in die Arbeiten und neue Technik investiert. Das heutige Frauengefängnis Pankow wurde von 1907 bis 1928 zunächst als Gefängnis des Amtsgerichts Pankow genutzt. Von 1933 bis 1945 beherbergte es Nazi-Organisationen. Danach wurde es von der Sowjetischen Militäradministration übernommen, die es 1947 der Berliner Justiz zurückgab. Von Beginn der 50er-Jahre bis Anfang 1990 befand sich dort eine Untersuchungshaftanstalt der Stasi. Seit 1998 wird der Gebäudekomplex als Justizvollzugsanstalt für Frauen genutzt. BW
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