Die Berliner Woche ließ sich von den jungen Leuten vom JUP durch ihr Gründerzeithaus führen

Seit vergangenem Sommer leitet Jana Ringer die Geschäftsstelle des JUP, Amelie Maier engagiert sich im Haus ehrenamtlich. (Foto: Bernd Wähner)
 
Seit 1990 wird dieses Haus an der Florastraße 84 von jungen Leuten selbstverwaltet. Foto: BW (Foto: Bernd Wähner)
Berlin: Unabhängiges Jugendzentrum Pankow JUP |

Pankow. An der Ecke Görschstraße steht eines der ungewöhnlichsten Häuser der Florastraße. Es beherbergt das Unabhängige Jugendzentrum Pankow JUP. Im letzten Teil der Serie „Unser Kiez – Rund um die Florastraße“ erfahren Sie mehr über dieses Haus.

Als das JUP eröffnete, war Amelie Maier noch nicht geboren. Das JUP kann auf eine 25-jährige Geschichte blicken. Junge Leute wie Amelie prägen heute das Geschehen im Haus. Alles, was hier stattfindet, wird von Jugendlichen in eigener Verantwortung organisiert. „Ich zog erst vor drei Jahren nach Berlin“, berichtet die 21-jährige Studentin. „Bekannte nahmen mich mit ins JUP. Mir gefiel die Atmosphäre. Dann begann ich, mich im Café-Team zu engagieren. Ich organisiere mit anderen politische Veranstaltungen.“

Heute zählt Amelie Maier zu den aktivsten Ehrenamtlichen im Haus. So wie sie kamen viele heutige Stammbesucher durch Zufall mit dem JUP in Kontakt. „Das Coole am JUP ist, dass man mit einer Idee herkommen kann, um sie mit anderen zu diskutieren. Und wenn man Unterstützer findet, kann man sie eigenständig umsetzen“, sagt Amelie Maier.

Koordiniert wird alles seit vergangenem Sommer von Jana Ringer. Sie ist die Geschäftsleiterin des JUP. Seit einigen Monaten gehört außerdem Sozialpädagogin Barbara Quincke zum Team. Der freie Träger der Einrichtung, der Verein „Unabhängiges Jugendzentrum Pankow“ (JUP) wurde von Jugendlichen gegründet. Dem ging Ende 1989 die Besetzung des leer stehenden Gebäudes voraus. Seit nunmehr 25 Jahren wird das JUP vom Bezirksamt gefördert. Es ist bis heute ein besonderer Treffpunkt für 15- bis 27-Jährige. Dort sollen sich alle ungeachtet ihrer Hautfarbe, Herkunft, ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung wohlfühlen.

Besonders voll ist es im JUP-Café. Genutzt wird es als selbstverwalteter offener Jugendtreff vor allem von den Schülern des benachbarten Ossietzky-Gymnasiums. Die verbringen dort ihre Pausen oder Freistunden. An den Abenden wird das Café für Veranstaltungen genutzt, zum Beispiel für politische Diskussionen. Diese politischen Veranstaltungen finden in der Regel montags ab 19 Uhr statt.

Dienstagabend ab 19 Uhr treffen sich indes junge Leute zur „Küche für alle“. Dabei wird aus Lebensmittelspenden gemeinsam etwas zubereitet und gegessen. Alle zwei Wochen sonntags ab 15 Uhr werden die Räume im Erdgeschoss zum „Café ohne Grenzen“. Dazu werden Geflüchtete aus Pankower Unterkünften eingeladen. Man lernt sich kennen, schaut, wo man sich unterstützen kann und plant gemeinsame Aktionen. „Aus diesen Aktivitäten im Café heraus entstand unsere Umsonst-Boutique“, so Jana Ringer. „Hier kann jeder gut erhaltene Sachen abgeben, und wer etwas findet, kann es mitnehmen.“ Die Umsonst-Boutique befindet sich gleich neben dem Café und hat immer geöffnet, wenn auch im Café Betrieb ist.

Das JUP ist aber nicht nur das Café. In den beiden darüber liegenden Etagen gibt es viel Platz für Kurse und Gruppentreffs. Im 1890 gebauten Haus befinden sich zum Beispiel ein Tonstudio, eine Siebdruckwerkstatt, ein Kraft- und Fitnessraum und ein Bewegungsraum. Eine Bibliothek mit politischen Büchern ist im Entstehen.

Für das Jubiläumsjahr hat sich das JUP-Team noch einiges vorgenommen. So soll unter anderem die Internetpräsenz neu gestaltet werden. Geplant ist auch ein neues Logo. Das Café wird wohl einen neuen Namen bekommen. Außerdem sollen Flüchtlinge noch besser unterstützt werden. Dafür wurde auf http://asurl.de/12xo eine Spendenaktion gestartet.

Weitere Informationen gibt es unter  48 63 82 00 und im Internet auf www.jup-ev.org. BW

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