Im Waisenhausgespräch werden zwei neue Bücher vorgestellt

Berlin: Jüdisches Waisenhaus |

Pankow. Die Cajewitz Stiftung lädt am 26. Februar zu ihrem inzwischen 35. Waisenhausgespräch ein. In gewohnter Weise findet es im Betsaal des früheren Jüdischen Waisenhauses an der Berliner Straße 120 statt.

Moderiert wird es von Prof. Dr. Peter-Alexis Albrecht. Dieser hat zwei Autoren eingeladen, die sich mit den Verbrechen in der Nazizeit an jüdischen Bürgern und dem Thema Entschädigung für diese Verbrechen auseinandersetzen.

Zum einen wird der frühere Brandenburger Justiz-Staatssekretär, Dr. Rainer Faupel, sein Buch "Berlin Jenaer Straße 7: Zwei von sechs Millionen" vorstellen. Er berichtet darin vom Schicksal der jüdischen Autoren Albert und Minna Neuburger. Diese hatten mit ihrer schriftstellerischen und journalistischen Arbeit große Erfolge. 1943 sind beide nach Theresienstadt deportiert und ermordet worden. 16 Jahre lang dauerte das Entschädigungsverfahren für die Hinterbliebenen des Ehepaares Neuburger. Drei Berliner Finanzsenatoren und ihre Behörden hatten es den Antragsstellern bis ins Jahr 1967 schwer gemacht, eine Entschädigung für begangenes Unrecht zu erhalten.

Die Schriftstellerin Dr. Ursula Krechel stellt beim Waisenhausgespräch ihren Roman "Landgericht" vor. Sie richtet ihren Fokus auf das Schicksal einer einzelnen Figur. 1948 kommt der jüdische Richter Richard Kornitzer nach zehnjährigem Exil aus Havanna zurück. Er war nach Machtübernahme der Nazis "aus dem Dienst entfernt worden". Wieder in Deutschland, trifft Kornitzer auf eine ihn bestürzende Mitleidslosigkeit, die allen Rückkehrern entgegenschlägt. Er verstrickt sich in einen verzweifelten Kampf um Entschädigung und Gerechtigkeit. Die Autorin schildert, wie der einst so redliche Mann in den Mühlen der Bürokratie zermahlen wird. Am Ende sieht man ihn nur noch als "lästigen Störfaktor".

Der Eintritt zum Pankower Waisenhausgespräch ist wie immer frei. Weitere Informationen: 47 48 21 76 und per E-Mail: kontakt@cajewitz-Stiftung.de.

Bernd Wähner / BW
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