Wer hat Kunst von Beatrice Zweig? Ausstellungsmacher bitten Pankower um Leihgaben

Beatrice Zweig in den 1930er-Jahre: Das Foto wurde Ulla Jung von der Akademie der Künste für die Ausstellung zur Verfügung gestellt. (Foto: Archiv Akademie der Künste)

Pankow. Das Pankower Museum plant in enger Abstimmung mit dem Frauenbeirat des Bezirks eine Ausstellung zum Leben und Wirken der Künstlerin Beatrice Zweig. Aus diesem Grund bittet es die Pankower um Mithilfe.

Gesucht werden Kunstwerke aus Privatbesitz, Fotos, Dokumente und Zeitzeugen. Beatrice Zweig war eine anerkannte bildende Künstlerin und Ehefrau des Schriftstellers Arnold Zweig. Als solche hatte sie auch großen Anteil am Erfolg des Autors. „Weil er sich anfangs noch keine Sekretärin leisten konnte, war es seine Frau, die die ersten Texte zu Papier brachte“, sagt die Journalistin und Autorin Ulla Jung, die sich intensiv mit dem Leben der Zweigs beschäftigte.

Auf Initiative des Pankower Frauenbeirats erhielt die Straße 201 im Jahre 2014 den Namen Beatrice-Zweig-Straße. „Aber der Frauenbeirat wollte diese engagierte Frau noch mehr würdigen“, sagt der Leiter des Pankower Museums, Bernt Roder. „So entstand die Idee, eine Ausstellung zu gestalten.“ In dieser soll vor allem das Milieu der Zweigs dargestellt werden, in dem sie in der seinerzeit noch jungen DDR lebten. Denn dieses Milieu war typisch für viele Künstler, die sich nach NS-Zeit und Zweitem Weltkrieg aus der Emigration kommend in Pankow ansiedelten.

Beatrice Zweig wurde am 27. Mai 1892 in Berlin geboren. Im Alter von 16 Jahren lernte sie Arnold Zweig kennen. Sie heiratete ihn im Kriegsjahr 1916 in München. Mit ihm hatte sie die Söhne Michael (1920) und Adam (1924). Anfang der 1930er-Jahre besuchte sie eine Kunstschule in Paris und wurde Malerin.

Die Familie Zweig musste aber 1933 aus Deutschland fliehen. 15 Jahre lang lebte sie in Palästina. In diesem sonnigen Land fand die Malerin viele Motive. Es entstanden Landschaftsmalereien, Aquarelle und Ölbilder in leuchtenden Farben. 1948 kam die Familie nach Deutschland zurück – gegen den Willen Beatrice Zweigs. Im zerbombten Berlin litt sie zunächst an Depressionen. Die legten sich erst, als die Familie 1950 in das Haus an der Homeyerstraße 13 in Pankow zog. Dort fand Beatrice Zweig auch wieder Ruhe zum Malen. In der DDR hatte sie dann zahlreiche Kunstausstellungen. Am 14. Oktober 1971 starb die Künstlerin.

In ihrer Pankower Zeit hatten die Zweigs viele Kontakte zu anderen Menschen im Bezirk. Beatrice Zweig war bekannt dafür, dass sie immer wieder Originalzeichnungen verschenkte. Auch Geburtstagskarten gestaltete sie individuell. „Wir hoffen, dass uns vielleicht der eine oder andere Pankower solch ein Original für die Ausstellung zur Verfügung stellen kann“, so Bernt Roder.

Die Akademie der Künste, in der Werke von Beatrice Zweig archiviert sind, steuert 29 Ölgemälde bei. „Beatrice Zweig hat aber nicht nur in Öl gemalt“, so Ulla Jung, die die inhaltliche Gestaltung der Ausstellung übernimmt. „Auch Aquarelle, Kaltnadelradierungen und Steindrucke stammen von ihr. Außerdem zeichnete sie besonders gern auf Japanpapier. Wir würden uns freuen, wenn uns Pankower solche Arbeiten für die Ausstellung leihen könnten.“ BW

Die Schau soll am 23. Mai 2017 eröffnen. Wer sie mit Leihgaben oder Zeitzeugenberichten bereichern kann, meldet sich bei Bernt Roder unter  902 95 39 17,  0176 61 10 90 24 oder per E-Mail bernt.roder@ba-pankow.berlin.
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