Wiebke Schleser bereichert seit Jahren den Florakiez mit ihrer preisgekrönten Buchhandlung

Wiebke Schleser (rechts) und ihre Schwester Kerstin Nüchter ließen dieses Holzschiff für die Kinder einbauen. (Foto: Bernd Wähner)
 
Mitten im Bücher-Meer: Wiebke Schleser (rechts) mit ihrer Schwester Kerstin Nüchter im „BuchSegler“. (Foto: Bernd Wähner)
Berlin: Florakiez |

Pankow. Wiebke Schleser wollte schon immer einen Buchladen aufmachen. Aber das in der Zeit von E-Book und Internethandel? Warum sie sich ihren Traum doch erfüllte und mit dem "BuchSegler" gut unterwegs ist, erfahren Sie im dritten Teil unserer Serie „Unser Kiez – Rund um die Florastraße“.

Es ist gegen 11 Uhr. Eine junge Frau mit Kinderwagen kommt gerade aus der Tür in der Florastraße 88/89. Sie hat ein großes buntes Buch unterm Arm und lächelt. Offenbar fand sie, was sie suchte. Noch vor dem Reporter huscht die nächste junge Frau in den "BuchSegler". Sie hat ein Kind auf dem Arm, vielleicht anderthalb Jahre alt. Drinnen ist Buchhändlerin Wiebke Schleser gerade mit einer weiteren Mutter im Gespräch. „Dann hole ich morgen die bestellten Bücher ab“, sagt die Kundin beim Abschied.

Die Wände stehen voller Regale. Die Bücher sind akkurat einsortiert. Alles ist sehr farbenfroh. Kein Wunder: Der "BuchSegler" hat sich auf Kinderbücher spezialisiert. Der Florakiez ist für eine solche Buchhandlung genau der richtige Ort. Denn hier gibt es viele Familien.

„Eigentlich bin ich Ergotherapeutin“, sagt Wiebke Schleser. "Dann kam unser Wunschkind. Als ich 2008 in Elternzeit war, hatte ich die Idee, endlich einen eigenen Buchladen aufzumachen.“ Ihre Schwester Kerstin Nüchter bestärkte sie in diesem Plan. „Dann sahen wir diesen Laden. Hier stimmte einfach alles. Uns war klar, dass wir uns auf Kinderbücher spezialisieren. 2009 haben wir dann eröffnet.“ Der Reporter entdeckt im kleinen Nebenraum ein hölzernes Segelboot. „Das haben wir seit unserer Eröffnung“, sagt die Buchhändlerin. „Ich wurde in Mecklenburg groß, bin also ein Nordlicht. Als wir uns für den Namen ‚BuchSegler‘ entschieden hatten, entwarf eine Grafikerin uns ein Segelschiff als Logo. Da war uns klar, dass wir auch ein Schiff hier für die Kinder brauchen.“ Heutzutage reiche es nicht, einfach Bücher ins Regal zu stellen, erklärt Wiebke Schleser. Man müsse mehr bieten. Deshalb hat sie auch immer wieder Kindergruppen zu Gast. Im Rahmen der Leseförderung stellt sie ihnen gute Bücher vor. Immerhin 56 Veranstaltungen führte sie allein im vergangenen Jahr durch.

Eine weitere Facette des BuchSeglers: seine Lesecrew. Dabei handelt es sich um etwa 35 Kinder zwischen acht und zwölf Jahren. „Das ist eine völlig offene Gruppe“, so Schleser. „Die trifft sich einmal im Monat und unternimmt dann gemeinsam etwas, besucht zum Beispiel eine Druckerei oder eine Buchbinderei.“ Außerdem sprechen die Kinder für Radio Kakadu eigene Buchrezensionen ein.

Für sein rundum stimmiges Konzept ist der "BuchSegler" bereits mehrfach ausgezeichnet worden. So gab es schon den bundesdeutschen Kinderbuchhandlungspreis auf der Leipziger Buchmesse, und gerade im Herbst überreichte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) den Deutschen Buchhandelspreis an Wiebke Schleser. Dass es mit dem BuchSegler so gut läuft, liegt natürlich auch am Florakiez. „Es ist hier ruhig und familienfreundlich“, sagt Wiebke Schleser. „Ich mag es, dass man hier schnell in Kontakt kommt und zueinander freundlich ist.“

Inzwischen hat sich der Buchladen gefüllt. Wiebke Schleser berät, macht Vorschläge zeigt, wo das Gesuchte steht. Was macht ihr eigentlich besonders Spaß an ihrer Tätigkeit? „Ich habe ein großes Herz für Bücher“, sagt sie und lächelt. „Deshalb macht es mir ungeheuer viel Spaß, Kinder und Eltern zu beraten. Immerhin haben wir in Deutschland jedes Jahr etwa 8000 Neuerscheinungen. Da muss man, denke ich, schon ein bisschen Orientierung geben.“ BW
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