Die Bürger-Park-Initiative lud zu ihrer ersten Diskussionsveranstaltung ein

Die erste Veranstaltung der neuen Bürger-Park-Initiative war äußerst gut besucht. (Foto: Bernd Wähner)
 
Der Sprecher der Initiative, Gerhard Hochhuth (rechts), stellte zu Beginn der Veranstaltung die neue Initiative und deren Ziele vor. Danach informierte Stadtrat Jens-Holger Kircher (links) über den Planungsstand, und die Journalistin Ulrike Scheffer (Tagesspiegel) moderierte die Diskussion. (Foto: Bernd Wähner)
Berlin: Bürgerpark Pankow |

Pankow. Wie wird sich der Bürgerpark Pankow weiterentwickeln? Und wie werden die Bürger an künftigen Planung beteiligt?

Um diese und weitere Fragen ging in einer Diskussionsveranstaltung in den Delphin-Werkstätten an der Wilhelm-Kuhr-Straße. Dort hatte sich am 9. August die Bürger-Park-Initiative Pankow gegründet. Zu dieser schlossen sich zunächst 35 Bürger zusammen. Mindestens doppelt so viele Pankower kamen zur ersten Bürgerversammlung der Initiative. In den vergangenen Wochen gab es in den Medien immer wieder Berichte über Planungen des Senats und des Bezirksamtes für im Bürgerpark. Auch die Berliner Woche berichtete im Juli. Unter anderem plant der Senat, auf im Park Überschwemmungszonen im Zuge der Renaturierung der Panke einzurichten. Der Bezirk will indes seinen Revierstützpunkt durch einen Neubau erweitern. Außerdem ist das Bezirksamt mit dem Blankenburger Vogelgnadenhof und Altenheim für Tiere im Gespräch, das auf bisher vom Bezirksamt genutzte Flächen umziehen möchte.

Gegen die Planungen des Senats im Zusammenhang mit der Renaturierung der Panke hat sich das Bezirksamt per Beschluss ausgesprochen. „Das ist jetzt neu zu verhandeln“, sagt Jens-Holger Kirchner (Bündnis 90/Die Grünen) kurz und bündig auf der Veranstaltung. Der Neubau einer Personalunterkunft für die Mitarbeiter des hiesigen Gärtnerstützpunktes hält Kirchner hingegen für notwendig. Bisher sind die Mitarbeiter in alten Baracken der einstigen DDR-Grenztruppen untergebracht. 2018 soll es mit dem Bau der Unterkunft losgehen. Weiterhin plant das Bezirksamt Sanierungsarbeiten an Mauern, Zäunen, Pfeilern, Wasserleitungen, Wegen sowie eine Teilsanierung des Brückenhauses. Dem Betreiber des Imbisses an der Brücke hatte das Bezirksamt gekündigt. Wie das Haus künftig genutzt wird, steht noch nicht fest. Auch was in der einstigen Meierei passieren soll, ist noch unklar. Diese steht unter Denkmalschutz und müsste aufwendig saniert werden. Bisher gibt es allerdings noch keinen Interessenten.

Die Meierei hatte das Bezirksamt auch dem Verein Vogelgnadenhof und Altenheim für Tiere als neues Quartier vorgeschlagen. Nachdem klar war, wie aufwendig eine Sanierung ist, lehnte der ab. Vor einigen Monaten gab es dann ein neues Angebot an den Verein: das Jägerhaus-Grundstück. Dorthin möchte der Verein nun umziehen. Dazu gibt es bereits erste Vorplanungen, aber keinerlei Verträge, so Kirchner. Er lobt in diesem Zusammenhang das ehrenamtliche Engagement der Tierheimbetreiber und wirbt für diesen Standort.

Von der Ansiedlung eines Tierheims im Bürgerpark halten die Mitstreiter der Bürgerinitiative allerdings gar nichts. Das passe einfach nicht hierher. Nicht nur, dass es Konflikte geben könnte. Wenn man erst einmal einer solchen privaten Initiative ein Stück Park überlassen würde, könnte die Tür zu weiteren privaten Begehrlichkeiten geöffnet werden, argumentieren Anwohner. Die Initiative schlägt indes ein Bildungs-, Kunst- und Handwerkerprojekt vor.

Auch wenn der Stadtrat in Sachen Tierheim anderer Auffassung ist, begrüßt er die Gründung der Bürger-Park-Initiative. Er sichert bei weiteren Planungen Bürgerinformation und -beteiligung zu. „Vielleicht könnte es wieder einen Bürgerpark-Beirat geben“, regt der Sprecher der Initiative Gerhard Hochhuth an. Solch einen richtete der damalige Bürgermeister Wilhelm Kuhr nämlich ein, nachdem der Bürgerpark Anfang des vorigen Jahrhunderts 1907 von der seinerzeit noch selbstständigen Gemeinde Pankow erworben worden war. BW

Kontakt zur Initiative gibt es per E-Mail an buepaini@gmail.com.
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