Neue Studie belegt: Jeder zweite hat nichtdeutsche Wurzeln

Pankow. Jeder zweite, der in den vergangenen Jahren nach Pankow zog, kam aus dem europäischen Ausland. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie vom Institut für Demokratische Entwicklung und Soziale Integration, die das Bezirksamt Pankow in Auftrag gab.

Darin wurde der aktuelle Stand der Zuwanderung in den Bezirk untersucht. In Pankow leben derzeit etwa 380.000 Menschen. Jeden Monat ziehen im Durchschnitt zwischen 150 und 200 Menschen neu hinzu. Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass die meisten nichtdeutschen Zuwanderer aus Spanien kommen, gefolgt von Italienern und Polen.

Eine empirische Untersuchung über die spanische Einwanderungsgruppe zeigt, dass es sich vor allem um junge und sehr mobile Menschen handelt. Die meisten von ihnen haben einen Universitätsabschluss, arbeiten aber häufig unter ihrem Qualifikationsniveau, zum Beispiel im Dienstleistungssektor oder auf Minijob-Basis.

Aus diesem Ergebnis der Studie leitet Bürgermeister Matthias Köhne (SPD) das Ziel ab: "Die Arbeitsmarktintegration von ausländischen Fachkräften bleibt eine wichtige Aufgabe. Dazu gehört vor allem, die Potenziale der zugewanderten Menschen wertzuschätzen."

Bildungsaffinen Migranten in Pankow wünschen sich laut Köhne eine stärkere Öffnung von Bildungseinrichtungen für interkulturelle Themen und erhoffen sich mehrsprachige Angebote. Das gilt nicht nur für die Erwachsenen. Denn in den kommenden Jahren werden im Bezirk immer mehr zweisprachige Kinder eingeschult. Ein erster Schritt des Bezirksamtes: Es fördert in diesem Jahr erstmals ein Projekt des in Pankow beheimateten spanischen Vereins "MaMis en Movimento", das Mitarbeiter von Kindergärten bei der Förderung von Kindern unterstützt, die zweisprachig aufwachsen.

Die Studie gibt dem Bezirksamt weitere Handlungsanregungen, wie Neu-Pankower nichtdeutscher Herkunft besser integriert werden können. Unter anderem wird eine interkulturelle Öffnung der Verwaltung, die Schaffung einer Willkommenskultur, die Unterstützung von Migrantenorganisationen und entsprechendem bürgerschaftlichen Engagement angeregt.

Ergebnisse der Studie können auf kostenfrei unter http://tinyurl.com/ooge9wv abgerufen werden.

Bernd Wähner / BW
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