Pankows Bürgermeister feiert seinen 50. Geburtstag und sagt schon mal leise Tschüss

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller hielt die Geburtstagsrede für Matthias Köhne. Dieser möchte nach seiner zweiten Amtszeit mehr Zeit mit seiner Frau Ines verbringen. (Foto: Bernd Wähner)

Pankow. Zwei Gründe veranlassten Matthias Köhne (SPD) kürzlich, zu einem festlichen Empfang einzuladen. Zum einen konnte der Pankower Bürgermeister seinen 50. Geburtstag feiern, zum anderen wollte er mit Menschen, mit denen er in den vergangenen zehn Jahren zusammenarbeitete, auf das Ende seiner Amtszeit anstoßen. Dass seien zwei gute Gründe zum Feiern, meint Matthias Köhne.

Klar, der runde Geburtstag sei ein sehr guter Grund, um zu feiern, sagt der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) in seiner Geburtstagsansprache. „Aber das Ende der Amtszeit von Matthias Köhne ist kein guter Grund zum Feiern. Wir werden sein Wissen, sein Können und seine Erfahrung vermissen.“ Der Applaus von etwa 200 Gästen bekräftigt diese Einschätzung. Köhne sei ein Mann der leisen Töne, so der Regierende weiter. Er wisse aber genau, was er im Interesse Pankows durchsetzen wolle. Und als Bürgermeister habe er viel für den Bezirk erreicht.

Er habe als Verantwortlicher für Finanzen zum Beispiel dafür gesorgt, dass Pankow im vergangenen Jahr erstmals einen Überschuss von sieben Millionen Euro erwirtschaftete, lobt Müller. Damit sei die Basis dafür geschaffen, dass Pankow im kommenden Jahr endlich schuldenfrei über seinen Bezirkshaushalt verfügen kann. Außerdem ist Pankow ist für viele Menschen inzwischen sehr attraktiv. Es ist der Zuzugsbezirk Nummer eins in der Stadt. Das konnte Köhne auch dem Senat begreiflich machen. Dieser wollte lange Zeit nicht in Schulen, Kitas und andere Infrastruktureinrichtungen investieren, ist aber nun bereit dazu. Auch mehr Mitarbeiter gibt es jetzt für das Bezirksamt.

Umso mehr überraschte im vergangenen Herbst Köhnes Entscheidung, nicht erneut für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren. „Zehn Jahre sind genug“, begründete das der Rathauschef kurz und knapp. Geboren wurde er in Itzehoe. Zum Politikstudium kam er 1987 nach Berlin. Danach war der Diplom-Politologe von 1994 bis 1999 wissenschaftlicher Mitarbeiter der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus. Seit 1995 war er aber bereits auch Bezirksverordneter in Pankow, von 1999 bis Dezember 2000 Stadtrat für Umwelt, Natur und Immobilien. Von Anfang 2001 bis Anfang 2002 leitete er das Büro des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit. Seit Februar 2002 fungierte er als Stadtrat für Umwelt, Wohnen und Bürgerdienste im Pankower Bezirksamt. In dieser Zeit war er bereits stellvertretender Bürgermeister. Rathauschef wurde er dann nach den Wahlen 2006.

Noch vor dem Beginn der heißen Wahlkampfphase in diesem Jahr sagte Matthias Köhne zu seinem 50. Geburtstag schon mal leise Tschüss. Er wird natürlich weiter mit Hochdruck für Pankow arbeiten, bis das neue Bezirksamt gewählt ist. Danach plant er, erst einmal den Kopf frei zu bekommen. Vor allem wolle er mehr Zeit mit seiner Frau Ines verbringen, sagt Matthias Köhne. BW
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