Aktion Mensch förderte Pankower Wohngemeinschaften

Sandro Polter und Jenni-Alena Schmidt sowie die Mitarbeiter Stefan Ulrich und Katja Laurich stellten Susanne Messner-Spang und Andrea Zängte die WG vor. (Foto: BW)

Pankow. In den Neubaublöcken an der Arnold-Zweig-Straße gab es früher Wohnungen für Diplomaten. Einige sind inzwischen für Wohnprojekte umgebaut worden.

In diesen Wohnprojekten leben Menschen mit Lernschwierigkeiten. Betreut werden solche Gemeinschaften vom Pankower Verein "berlininklusion". Die Einrichtung der Gemeinschaftswohnungen förderte die Aktion Mensch. Wie das Geld angelegt wurde, darüber informierte sich vor wenigen Tagen Susanne Messner-Spang. Sie leitet die Abteilung Kinder-, Jugend- und Starthilfe bei der Aktion Mensch.Eine der Wohngemeinschaften befindet sich in der sechsten Etage eines Neubaus. Dort wohnen drei Männer und eine Frau in der Gemeinschaft. Alle sind berufstätig. Einer ist zum Beispiel festangestellter Schauspieler beim Theater Ramba-Zamba. Die anderen arbeiten in Werkstätten des Caspar-Hauser-Therapeutikums sowie in den Nordberliner Werkstätten. Alle vier wohnten zuvor in betreuten Einrichtungen. "Mein Ziel war es aber schon immer, selbstständig in einer eigenen Wohnung zu leben", erklärt Jenni-Alena Schmidt, eine der Bewohnerinnen. Als sie vom Wohngemeinschaftsprojekt hörte, setzte sie sich mit dem Verein "inklusionberlin" in Verbindung. "Dass ich jetzt in einer WG wohne, finde ich toll", sagt sie. Das Wichtigste für sie und ihre Mitbewohner ist, dass die Chemie untereinander stimmt und man sich versteht. Der Verein "inklusionberlin" ist vor genau fünf Jahren von Menschen gegründet worden, die bereits etliche Jahre in der Behindertenarbeit tätig waren. "Wir wollten einige Sachen anders machen als bisher", erklärt Projektleiter Stefan Ulrich. "Seinerzeit wurde das Thema Inklusion immer mehr in den Fokus gerückt." Deshalb entwickelte der Verein die Idee, Wohngemeinschaften für Menschen mit Lernschwierigkeiten einzurichten. Räume für die erste WG fand er in einer früheren Diplomatenwohnung an der Arnold-Zweig-Straße. 2008 ging diese erste Wohngemeinschaft an den Start. Sie lief gut, und das Vereinskonzept sprach sich herum. "Es gab so viele Anfragen, dass wir 2009 die zweite WG einrichteten", so der Projektleiter. 2010 folgte die dritte.

Mit einer Größe von circa 158 Quadratmetern eignen sich die früheren Diplomatenwohnungen bestens für das WG-Konzept. In jeder WG leben heute vier Menschen. Alle sind Mitte 20. Sie wohnen zwar selbstständig in der WG, werden aber von Fachleuten des Vereins im Alltag unterstützt. Dass die Wohngemeinschaften eingerichtet werden konnten, ist vor allem einer Startförderung der Aktion Mensch zu verdanken. Diese finanzierte für zwei Wohnungen jeweils zur Hälfte die komplette Ausstattung. Außerdem gibt es für insgesamt fünf Jahre einen Gehalts- und Büromittelzuschuss für die Projektleitung, so Susanne Messner-Spang. Die Abteilungsleiterin der Aktion Mensch konnte sich bei ihrem Besuch davon überzeugen, dass die Fördermittel gut angelegt wurden. Die WG-Bewohner sind auf einem sehr guten Weg, ihren Alltag selbstständig zu meistern.

Weitere Informationen gibt es auf www.berlin-inklusion.de.

Bernd Wähner / BW
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