Bezirksverordnete fordern temporären Lärmschutz in der Einflugschneise

Pankow. Der Flughafen Tegel bleibt länger offen, als ursprünglich angenommen. Damit müssen auch viele Pankower länger den Fluglärm ertragen. Das will die Bezirkspolitik nicht hinnehmen.

Sobald der neue Großflughafen in Schönefeld (BER) in Betrieb geht, soll der Flugbetrieb in Tegel eingestellt werden. Das versprach der Senat zum Projektstart. Eröffnen sollte der BER bereits im vergangenen Jahr. Wie allseits bekannt, wurde daraus nichts. Aber noch immer gibt es keinen neuen Eröffnungstermin. Stattdessen wird das zunehmende Passagier- und Frachtaufkommen über den Flughafen Tegel abgewickelt. Dort nimmt die Zahl der Starts und Landungen stetig zu. Damit der Flughafen dieses Wachstum bewältigen kann, wird in ihn weiter investiert. Nicht nur tagsüber bemerken die Bewohner der in der Einflugschneise liegenden Ortsteile eine Zunahme des Luftverkehrs. Trotz des Nachflugverbots gibt es immer mehr Ausnahmegenehmigungen, sodass auch die Nachtruhe permanent gestört wird. Das wollen die Bezirksverordneten nicht länger hinnehmen. Sie fordern einen besseren Lärmschutz und Entschädigungen für die betroffenen Bürger. Einen entsprechenden Antrag stellte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Er wurde mit großer Mehrheit angenommen. Die BVV bittet das Bezirksamt zu prüfen, ob man den Pankowern, für die die Verlängerung des Flughafenbetriebs in Tegel eine besondere Belastung ist, nicht helfen kann. Unter anderem soll geschaut werden, ob diese nicht einen Anspruch auf temporäre Lärmschutzmaßnahmen oder Entschädigungsleistungen haben. Wenn das Bezirksamt bei seiner Prüfung zu einem positiven Ergebnis kommt, sollten die Maßnahmen eingefordert werden. "Die Finanzierung soll aus den für die Offenhaltung von Tegel zur Verfügung gestellten Mitteln von 600 Millionen Euro erfolgen", fordern die Bezirksverordneten in ihrem Beschluss. Des Weiteren regen sie an, zu prüfen, ob bei den Nachtflügen wirklich alles rechtens ist. Auch fordern die sie, dass genehmigte Nachtflüge künftig veröffentlicht werden sollten. Hier soll es mehr Transparenz im Interesse der Bürger geben.


Bernd Wähner / BW
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