Brauerei ist zurzeit ein internationales Atelierhaus

Sie schuf eine Installation mit sehr persönliche Schwarzweißfotos zu ihrer Familiengeschichte: Die Spanierin Vera Schöpe. (Foto: BW)

Pankow. In der früheren Engelhardt-Brauerei ist eines der größten internationalen Kunstprojekte des Bezirks zu Hause: HomeBase. In der Thulestraße 54 leben und arbeiten zurzeit zehn Künstler aus zehn Ländern. Jeder von ihnen bekam im Herbst einen Raum zur Verfügung gestellt. Dieser ist für sie sowohl vorübergehender Wohnraum als auch Atelier.

In diesem artist-in-residence-Projekt entwickelten die Künstler in den vergangenen Wochen neue Kunstwerke. "Dabei liegt ein besonderer Fokus auf dem Begriff ,Zuhause‘", erklärt Heather Ann McKee, die sich um die Öffentlichkeitsarbeit von HomeBase kümmert. Wie unterschiedlich die Herangehensweise der Künstler an das Thema ist, kann man derzeit bei einem Rundgang durch die Atelierräume erfahren.Die Spanierin Vera Schöpe besann sich zum Beispiel ihrer deutschen Wurzeln. Die Künstlerin brachte Schwarzweißfotos von ihrem deutschen Großvater, vom Vater und von sich selbst mit. "Ich wuchs in Spanien, Deutschland und Amerika auf. Da beschäftigt mich natürlich die Frage: Wo komme ich eigentlich her? Wie wichtig ist es für einen persönlich, seine Herkunft genau definieren zu können? Ich habe mit den Fotos ein sehr persönliches Kunstwerk geschaffen", erklärt Vera Schöpe.

Der israelische Künstler Eyal Dinar entwickelte indes eine Videoinstallation. Eine Installation mit Dingen, die man als Hausrat bezeichnet, schuf der Amerikaner Galen Olmsted. Die Brasilianerin Clara Schampaio setzte sich fotografisch mit dem Begriff "Zuhause" auseinander. Alle ihre Kunstwerke präsentierten die Künstler vor wenigen Tagen Kollegen sowie Nachbarn. Nach Anmeldung unter 47 37 62 88 können sie aber noch bis Ende des Monats von weiteren Kunstinteressierten besichtigt werden.

HomeBase war 2006 in New York gegründet worden. Es begann seinerzeit damit, dass Künstler für jeweils sechs Wochen in ein leerstehendes Gebäude einzogen. Dort arbeiteten sie an Kunstwerken, die einen Bezug zum betreffenden Ort hatten. Im Sommer 2010 zog das Projekt nach Berlin. Inzwischen ist daraus ein Kunstprojekt für Künstler aus aller Welt geworden. Diese kommen jeweils für ein Vierteljahr in die Thulestraße, leben und arbeiten dort.

Weitere Informationen gibt es auf www.homebaseproject.org sowie bei Heather Ann McKee unter 0157 73 92 72 70.

Bernd Wähner / BW
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