Efeu weg: Firma verärgert Mieter in der Vesaliusstraße

Karin Citrich vor der Fassade mit dem radikal gestutzten Efeu. Einige Flicken hängen noch an der Wand. Das kleine Vogelhäuschen hing im Efeu am Fenster. (Foto: BW)

Pankow. Karin Citrich traute ihren Augen nicht, als sie vor einigen Tagen aus dem Fenster schaute. Da begannen doch tatsächlich Mitarbeiter einer Grünpflegefirma, den in vielen Jahren am mehrstöckigen Haus hochgewachsenen Efeu radikal abzuschneiden.

Die Mieterin aus der Vesaliusstraße 11 war sehr aufgebracht. "Ich bin empört, dass die Pflanzen einfach abgeschnitten wurden, ohne uns Mieter vorher zu informieren", sagt sie.Die Mitarbeiter der beauftragten Firma hatten keine Leitern dabei. Deshalb wurde an der langgestreckten Straßenfront auch nur der Efeu vom unteren Bereich entfernt. Ab zwei Metern Höhe hängen wie ein Flickenteppich noch dichte grüne Efeuranken. Die Mieter ärgert am meisten, dass wieder ein Stück Grün vernichtet wurde.

Deshalb rief Frau Citrich sofort beim Kundenservice ihres Vermieters GSW an. Aufgebracht fragte sie, was das Ganze solle. Der Mitarbeiter sagte ihr nur: Das gehe sie als Mieterin gar nichts an! Karin Citrich stellte fest, dass nach ihrem Anruf die Schnittarbeiten sofort eingestellt wurden.

Als sie sich etwas beruhigt hatte, hakte sie noch einmal nach. Diesmal erfuhr sie von einem freundlicheren Mitarbeiter, dass das mit dem Efeu ein Versehen gewesen sei. Die Mieterin meint: So wie es im Moment an der Fassade aussehe, könne es aber nicht bleiben.

Dass das Ganze tatsächlich ein Versehen war, bestätigt auch Franziska Jenkel von der Rueckerconsult GmbH, die sich um die Öffentlichkeitsarbeit der GSW kümmert. Bei einer Ortsbegehung mit der beauftragten Firma Gegenbauer-Penta sei festgelegt worden, dass beim Efeu lediglich ein Freischnitt der Fenster erfolgen soll. "Von einer Entfernung der Kletterpflanzen war keinesfalls die Rede. Tatsächlich war es nie gewollt und wurde nie beauftragt, den Efeu derartig umfassend zurückzuschneiden", so Jenkel.

Nach der Anfrage der Berliner Woche fand ein Gesprächstermin mit der beauftragten Firma statt, um konkrete Lösungen zu besprechen. Jenkel: "Fest steht bereits, dass die Fassade von den noch vorhandenen Pflanzenresten befreit und gereinigt wird." Des Weiteren habe Gegenbauer-Penta zugesagt, die Neuanpflanzung auf eigene Kosten zu übernehmen.


Bernd Wähner / BW
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden