Eltern fordern eine dritte Schnell-Lerner-Klasse in Pankow

Pankow. Am Rosa-Luxemburg-Gymnasium gab es in diesem Jahr weit mehr Bewerber für die sogenannten Schnell-Lerner-Klassen, als Plätze zur Verfügung standen. Etliche Kinder mussten abgelehnt werden.

Sie werden nicht in eine fünfte Klasse aufgenommen, obwohl sie den Aufnahmetest mit voller Punktzahl bestanden. Weil sie das empörend finden, gründeten Eltern die Initiative "Bildung nach Bedarf". In Berlin ist es die Regel, dass Schüler nach sechs Grundschulklassen an eine Oberschule wechseln. Aber nicht für alle Kinder sind sechs Jahre Grundschulzeit das Richtige. Wenn Eltern beobachten, dass ihre Kinder an der Grundschule unterfordert sind, haben sie die Möglichkeit, ihr Kind bereits nach der vierten Klasse im Alter von neun, zehn Jahren auf ein Gymnasium zu schicken.

Damit die Kinder ab Klasse fünf besonders gefördert werden, gibt es an sieben Gymnasien in Berlin so genannte Schnell-Lerner-Klassen. Die Kinder müssen ein sehr gutes Grundschulzeugnis und eine entsprechende Empfehlung von ihrer Schule haben. Außerdem müssen sie einen Aufnahmetest bestehen. In ganz Berlin erfüllten in diesem Jahr etwa 500 Viertklässler diese Voraussetzungen. Besonders viele sind es in Pankow. Am hiesigen Rosa-Luxemburg-Gymnasium gab es 150 Bewerber für die beiden Klassen. 112 Bewerber, die als Erstwunsch diese Schule angaben, erreichten im Testverfahren die Punktzahl, die für eine Aufnahme nötig ist.

Die Senatsbildungsverwaltung hat aber der Schule nur zwei Schnell-Lerner-Klassen genehmigt. 30 Kinder, die beim Test die volle Punktzahl erreichten, erhielten eine Ablehnung. Mit ihnen könnte man ohne weiteres eine dritte Klasse aufmachen. "Ich könnte und würde gern drei fünfte Klassen an meiner Schule eröffnen, aber ich darf nicht", sagt der Schulleiter des Rosa-Luxemburg-Gymnasiums, Ralf Treptow. "Die Bildungsverwaltung erlaubt nur zwei Klassen, gleichgültig, wie viele Schüler sich bewerben und ihre Eignung für diesen Bildungsgang nachweisen." Im Ablehnungsschreiben, das das Schulamt verschicken muss, werden den Eltern Alternativen in anderen Bezirken empfohlen - zum Beispiel in Wedding.

Damit sind die Eltern aber nicht einverstanden. Diese Gymnasien haben alle eine andere Ausrichtung als das Rosa-Luxemburg-Gymnasium. Um die Einrichtung einer dritten Schnell-Lerner-Klasse zu erreichen, gründeten sie nun die Initiative "Bildung nach Bedarf". Ihre Forderung haben sie inzwischen in einem Schreiben an Berlins Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) kundgetan, in deren Wahlkreis sich das Rosa-Luxemburg-Gymnasium befindet. Außerdem möchten sie mit der Senatorin demnächst in deren neuem Wahlkreisbüro über dieses Thema sprechen.


Bernd Wähner / BW
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