Frauen denken über die Solidarität im Alltag nach

Sophie Birckhardt, Bärbel Wischnewski, Christel Wachter-Lehn, Christel Waschke, Eva Gerlach und Dörthe Hasselberg treffen sich einmal im Monat. (Foto: BW)

Pankow. "Alles nur Theater?" ist das Motto eines internationalen Projektes, an dem sich auch das Frauenzentrum "Paula Panke" beteiligt. Auf den ersten Blick scheint dieses Projekt ein reines Theaterprojekt zu sein, zu dem sich Sophia Birckhardt regelmäßig mit zehn Frauen bei "Paula Panke" trifft.

Doch wenn die Berliner Projektkoordinatorin berichtet, wie das Projekt abläuft, merkt man, dass weit mehr dahinter steckt. Es geht darum, dass sich Menschen aus unterschiedlichen Nationen kennenlernen. Man tauscht sich zu Themen, wie Solidarität und gesellschaftliches Engagement aus. Und die Teilnehmerinnen überlegen, wie sie sich selbst in gesellschaftliche Prozesse einbringen können.

Bei "Paula Panke" treffen sich die Projektteilnehmerinnen einmal im Monat für mindestens drei Stunden. Sie sprechen über Dinge, die sie bewegen. Daraus entstehen kleine Theaterszenen. Da geht es dann um Solidarität zwischen den Generationen oder auch um Belästigungen in öffentlichen Verkehrsmitteln. Zunächst werden die Szenen negativ dargestellt. Dann wird gemeinsam überlegt, wie man die Situation zum Positiven wenden könnte. Dabei bekommen die Teilnehmerinnen dann zugleich Anregungen, wie sie in bestimmten negativen Situationen reagieren könnten.

Das Projekt "Alles nur Theater?" geht aber noch einen Schritt weiter. Die Teilnehmerinnen können einen Blick über den Tellerrand werfen. Am Projekt beteiligen sich Partnereinrichtungen in England, Italien, Slowenien und Rumänien. Auch dort gibt es Gruppen, die sich szenisch mit Solidarität und gesellschaftlichem Engagement auseinandersetzen. "Theater der Unterdrückten" wird diese Methode genannt, die vom Brasilianer Augusto Boal entwickelt wurde.

Damit sich die Teilnehmer dieses internationalen Projektes auch persönlich kennenlernen können, finden mehrere Treffen in den Teilnehmerländern statt. Bei diesen zeigen sich die Akteure gegenseitig, was sie für Szenen entwickelten. So erfahren alle, welche Themen die Menschen in anderen Ländern bewegen.

Seinen Abschluss wird das Ganze im Mai finden. "Dann werde ich mit fünf, sechs Paula-Frauen nach Großbritannien reisen, und wir werden uns mit den anderen Teilnehmern treffen", sagt Sophie Birckhardt. "Dort werden wir dann gemeinsam ein Stück aufführen." Finanziert wird dieses länderübergreifende Projekt vom Grundtvig-Programm der Europäischen Union.

Weitere Informationen gibt es bei Sophie Birckhardt von der Agentur für interkulturelle politische Bildung unter 92 09 30 63 sowie auf www.paula-panke.de.

Bernd Wähner / BW
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